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Foto: Digitalstadt Darmstadt

Darmstadt erfolgreich im BMI-Wettbewerb »Smart Cities made in Germany«

Unter dem Motto „Gemeinwohl und Netzwerkstadt/Stadtnetzwerk“ rief das Bundesministerium des Inneren, Bau und Heimat (BMI) im Frühjahr die Städte und Kommunen auf, sich für die zweite Staffel der Förderlinie „Modellprojekte Smart Cities“ zu bewerben. Darmstadt bekam jetzt den Zuschlag – und damit eine finanzielle Förderung in Millionenhöhe aus dem Bundeshaushalt 2020 für seine strategische Konzeption.

Um an diesem Topf teilhaben zu können, mussten sich die bewerbenden Städte jetzt mit strategischen Ansätzen vorstellen: Wie bauen sie sich partizipativ und integrativ zur Smart City auf? Und wie stellen sie zugleich den Wissenstransfer in andere Kommunen sicher? „Genau hierfür ist die Wissenschafts- und Digitalstadt Darmstadt prädestiniert. Sie hat sehr erfolgreich gezeigt, wie viele Bereiche in Stadtwirtschaft und -verwaltung durch nachhaltige und gut iterierte Digitalisierung geht und hat durch diese Pionierarbeit sehr viel Expertise gesammelt“, erklären Prof. Dr. Klaus-Michael Ahrend (HEAG Holding AG, Stadtwirtschaft Darmstadt) und Michael Kolmer (Leiters des Amtes für Stadtentwicklung Darmstadt), die den Darmstädter Smart City Antrag koordinierten.

Ihr erfolgreiches Antragskonzept beinhaltet zentral den Gedanken, dass die urbane Digitalisierung noch stärker als zuvor die städtischen Daseinsebenen miteinander stimmig verknüpfen sollte. Denn so könne die Digitalisierung ihre volle Wirkung entfalten. Zu der erfolgreichen strategischen Konzeption erläuterte Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Die Digitalisierung prägt unser Leben auf allen Ebenen immer stärker. Gerade unter Corona bemerkten wir die Zweck- und Notwendigkeit dieser gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Als Digitalstadt haben wir bereits an die 80 große und kleine, zumeist bereichsübergreifende, städtische Digitalisierungsprojekte aufgesetzt und vorangetrieben. Damit geht auch das Erfolgskonzept der Digitalstadt Darmstadt in die nächste Runde.

Mit dem Förderprogramm „Modellprojekt Smart Cities“ fördert die Bundesregierung seit 2019 Ansätze, wie mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Digitalisierung eine moderne Stadtentwicklung funktionieren kann. Die Erkenntnisse, die durch das Förderprogramm in den Modellprojekt-Städten als Reallabors gesammelt werden, sollen später in die Breite getragen werden und allen Kommunen bundes- und auch EU-weit zur Verfügung stehen. Grundlage dieser Idee ist die sogenannte »Smart City Charta« der Nationalen Dialogplattform des BMI. Ihr zufolge sind Smart Cities der nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung verpflichtet. Die Charta wird seit Mitte 2016 in der BMI Dialogplattform von 70 Stadtentwicklungsexperten aus der ganzen Bundesrepublik erarbeitet und beschäftigt sich unter anderem vertieft mit den Chancen und Risiken der Digitalisierung für Städte und Gemeinden. Für die nun anlaufende, zweite Förderrunde Smart Cities stehen über 150 Millionen Euro zur Verfügung; insgesamt will das BMI in vier Staffeln rund 750 Millionen Euro in 50 Modellprojekte fließen lassen.

Mit dem Fördergeld plant die Digitalstadt Darmstadt ihre Zusammenarbeit mit den vielen Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Stadtwirtschaft/-verwaltung zu intensivieren und will zudem weitere Kooperationen, unter anderem mit den ansässigen Hochschulen und der einschlägigen Start-up-Szene, eingehen. Großes Thema wird jetzt die ökologische Nachhaltigkeit sein, wie das smarte Wassermanagement. Weitere innovative Projektideen des Antrags: Künstliche Intelligenz managt die Energieverbräuche, innerstädtische Multifunktionsbereiche realisieren neue Formen der Zusammenarbeit und Zusammenkunft, wie Co-Working Spaces, für das etwas andere Bürgerengagement, kostenfreie Online-Spiele in der Smart City, die Bürgerinnen und Bürger künftig zu bestimmten Handlungen auffordern, wie etwa dem Gießen von Straßenbäumen bei extremer Dürre.

„Wir haben gezeigt, wie sich eine Stadt nachhaltig und mit Bedacht digitalisiert. Dass wir den dabei eingeschlagenen Pfad, nämlich den Nutzen für Bürgerinnen und Bürger in allen Digitalisierungsprojekten zentral zu stellen, genau richtig wählten, das zeigt unser jetziger Erfolg beim Einwerben öffentlicher Mittel unter genau diesem Credo, betonte Oberbürgermeister Jochen Partsch.

TEXT Hans-Werner Mayer