NACHHALTIGKEIT UND KLIMASCHUTZ GEHÖREN ZUR DNA

Interview mit Dr. Marie Luise Wolff, Vorstandsvorsitzende der Entega

Frau Wolff, spätestens seit der Klimaschutz in aller Munde ist, ist es der Begriff „Nachhaltigkeit“ auch. Führt dies nicht zu einer gewissen Beliebigkeit?

Tatsächlich frage ich mich bei manchem, was heutzutage als „nachhaltig“ bezeichnet wird manchmal: „Nachhaltigkeit – so what?“. Der etwas inflationäre Gebrauch des Begriffes nutzt dem richtigen Anliegen, das ja hinter Nachhaltigkeit steckt, sicher manchmal nicht. Aber da noch kein besseres Wort gefunden wurde, benutzen wir es weiter. Und die Menschen sind sensibel genug, herauszufinden, wer es mit Nachhaltigkeit ernst meint und wer den Begriff nur als schöne Worthülse nutzt.

Wie kann man das bei Entega herausfinden?

Echte Nachhaltigkeit muss in einem Unternehmen nach innen gelebt und nach außen den Kundinnen und Kunden angeboten werden. Als ich mich 2012 als Vorstandsvorsitzende bei Entega beworben habe, war ein entscheidender Grund die konsequent nachhaltige Ausrichtung der Strategie des Unternehmens. Als einer der ersten Versorger in Deutschland atomstromfrei, nur noch Strom aus Erneuerbaren Energieträgern für die Privatkunden, umfangreiche Investitionen in den Ausbau der Eigenerzeugung in Erneuerbare. Für das alles wurde Entega ja bereits 2013 zurecht mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Wir haben dann als Vorstand diese Strategie konsequent weiterentwickelt – mit dem Ausbau der Fernwärme, dem Einstieg in die Elektromobilität, dem Bau des neuen Wärmespeichers und vielen anderen kleinen und großen Maßnahmen.

Und die Nachhaltigkeit nach innen bei Entega?

Das ist ja zum einen eine Kulturfrage und auch da ist Entega in vielen Punkten schon sehr weit – auch wenn immer noch einiges verbessert werden kann. Gesundheitsmanagement, flexible Arbeitszeitmodelle, Homeoffice und der Abbau von Hierarchien durch neue Methoden der Zusammenarbeit sind da wichtige Stichworte, die Entega zu einem Nachhaltigkeitsunternehmen eben auch nach innen machen. Das ist aber ein dynamischer Prozess, an dem wir alle miteinander täglich arbeiten können und müssen. Zum anderen heißt Nachhaltigkeit nach innen aber auch, inhaltlich das zu leben, was man seinen Kundinnen und Kunden anbietet. Auch da ist Entega auf einem guten Weg, beispielsweise mit dem schrittweisen Umbau unserer Fahrzeugflotte auf gas- oder elektrobetriebene Fahrzeuge, mit dem Programm „Entega schafft Lebensräume“ und vielen anderen kleinen und großen Projekten.

Also ist Entega in Sachen Nachhaltigkeit ein echtes Vorbildunternehmen?

Ich hatte ja schon gesagt, dass Nachhaltigkeit ein dynamisches Geschehen ist, bei dem man sich immer noch weiter verbessern kann. Daran arbeiten wir jeden Tag bei Entega und zwar nach innen wie nach außen. Aber tatsächlich ist unser Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit mit einigen anderen Stadtwerken und Regionalversorgern „Pionier“ gewesen, da wir schon sehr früh auf konsequenten Umwelt- und Klimaschutz gesetzt haben. In den vergangenen Jahren ist aber erfreulicherweise die gesamte Energiewirtschaft nachgezogen. Klimaschutz als unbedingte Notwendigkeit der Energieversorgung ist heute in keinem Unternehmen mehr umstritten, im Gegenteil: Die Energiebranche wird als einziger Sektor die Einsparziele des Pariser Klimaabkommens und der Bundesregierung nicht nur einhalten, sondern noch übertreffen.