Update für Bürger in Darmstadt und der Region

Infos und Maßnahmen zur Corona-Krise

Update vom 16. April 2020


In der Corona-Krise demonstrierten gestern Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs Einigkeit: Angesichts der aktuell optimistisch stimmenden Infektionszahlen sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Konferenz mit den Länderchefs von einem „zerbrechlichen Zwischenerfolg“. Einige Maßnahmen werden gelockert, andere bleiben bestehen. In kleinen Schritten soll ein Stück Normalität einkehren.

Die Kontaktbeschränkungen wurden bis mindestens 3. Mai verlängert. Großveranstaltungen sollen bis zum 31. August grundsätzlich untersagt bleiben. Zugleich wurden vorsichtige Lockerungen der Einschränkungen des täglichen Lebens vereinbart. So sollen Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern unter Hygiene-Auflagen ab Montag wieder öffnen dürfen. Dies gilt unabhängig von der Verkaufsfläche auch für Kfz-Händler, Fahrradhändler und Buchhandlungen. Eisdielen können einen Liefer- und Abholservice anbieten. Für Lokale gibt es noch kein Datum. In Geschäften sowie in Bussen und Bahnen wird Mundschutz empfohlen.


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Der Unterricht an Hessens Schulen soll in Hessen schrittweise wieder aufgenommen werden, kündigte Ministerpräsident Bouffier an. Für Schüler in Abschlussklassen sei ein Unterrichtsbeginn bereits am 27. April denkbar. Die vierten Klassen könnten möglicherweise ebenfalls Ende April starten. Ein Konzept dafür solle noch erarbeitet werden. Grundschulen stehen aber am Ende dieser Kette. Kitas werden noch eine ganze Weile geschlossen bleiben, teilte Bouffier mit. Gerade im Kindergarten dürfe man nicht erwarten, dass kleine Kinder Abstand halten oder einen Mundschutz tragen. Die Notbetreuung werde aber weiter fortgesetzt und auch ausgebaut, sodass mehr Menschen Anspruch auf eine Notbetreuung hätten.


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Die Entscheidung von Bund und Ländern, zunächst nur Geschäfte bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern wieder zu öffnen, stößt im Handel auf scharfe Kritik. Dieser Schritt führe zu „Wettbewerbsverzerrungen und Rechtsunsicherheiten“, klagte Stefan Genth der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Abstands- und Hygieneregeln könnten sowohl in kleinen als auch in großen Geschäften eingehalten werden. 


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Die Gesamtzahl aller bisher in Deutschland festgestellten Infektionen ist bis heute Vormittag auf aktuell 134.753 Fälle gestiegen. Das sind 2.543 mehr als am Vortag. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle erhöhte sich um 309 auf 3.804. Rund 72.000 der bisher erfassten Infizierten gelten inzwischen als genesen.


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Nach einem zuletzt moderaten Anstieg hat sich die Zahl der registrierten Coronavirus-Infektionen in Hessen wieder deutlicher erhöht. Nach Angaben des Sozialministeriums wurden die Infektion bei 6.347 Menschen nachgewiesen, 158 mehr als am Vortag. Auch die Zahl der Todesfälle stieg deutlich um 27 auf 174. Bis Mittwoch gab es in Darmstadt 119 bestätigte Covid-19-Fälle, einen mehr als am Dienstag. 88 der Erkrankten sind nach Angaben des Gesundheitsamts mittlerweile bereits wieder gesund.


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In Darmstadt gibt es jetzt auch den ersten Corona-Todesfall. Wie das Gesundheitsamt mitteilte, ist am Dienstag eine 85 Jahre alte Frau im Agaplesion Elisabethenstift verstorben. Die Frau habe schwere Vorerkrankungen gehabt, hieß es weiter. Sie war Bewohnerin einer Darmstädter Pflegeeinrichtung, die wegen Covid-19-Fällen bereits vom Gesundheitsamt überwacht werde. 


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Wie aus dem jüngsten Situationsbericht hervorgeht, liegt die Reproduktionszahl in Deutschland aktuell bei 1,0. Zu Wochenbeginn lag die Ansteckungsrate noch bei 1,3. Die Angabe basiert auf den übermittelten Covid-19 Fällen der vergangenen Tage und der Annahme einer mittleren Generationszeit von vier Tagen, heißt es in den Erläuterungen. Die Ansteckungsdynamik hat sich demnach zuletzt wieder verlangsamt.


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Einige der größten Superstars der Welt kommen am Wochenende in einem einzigen Livestream zusammen. Lady Gaga, Elton John und Taylor Swift geben zusammen mit vielen weiteren Künstlern ein großes Konzert – und wir alle können von daheim kostenlos zugucken. Die »Global Citizen-Bewegung« stellt »One World: Together at Home« auf die Beine, eine weltweite TV-Show, die Millionen von Dollar für den Kampf gegen Corona einspielen soll. Weil die Show aus den USA gesendet wird, können wir es nur am Sonntag, dem 19. April in den frühen Morgenstunden von zwei bis vier Uhr per Livestream schauen. Weltweit wird »Together at Home« danach aber über mehrere Streaming-Plattformen, wie YouTube, Amazon Prime oder AppleTV verfügbar sein.


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Heute startet um 20.15 Uhr das erste Online-Schlossgrabenfest. Gezeigt würden Talks, Musik, Backstagegeflüster, Konzertmitschnitte und Live-Musik, so die Veranstalter. „Wir haben uns bei der Programmzusammenstellung bewusst auf Bands und Künstler aus Darmstadt und der Region fokussiert, denn sie sind von Beginn an Herz und Seele des Festes.“ Übertragen werde live auf Facebook und Youtube. Ob das analoge Schlossgrabenfest in diesem Jahr noch nachgeholt wird, sei unklar.


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Die Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe muss weiterhin auf den angestrebten Titel »Weltkulturerbe« verzichten. Wegen Corona wurde die geplante Unesco-Konferenz in China auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Stadt Darmstadt wurde nach eigenen Angaben gestern über die Verschiebung informiert. Oberbürgermeister Jochen Partsch nannte die Absage „bedauerlich“, in Anbetracht der derzeitigen Umstände aber „absolut nachvollziehbar“

Da mittlerweile keine Verschärfungen der Situationen mehr zu erwarten ist, beenden wir heute unser Update mit einem kurzen Fazit der Entwicklungen und einer Einordnung der Fakten: 

Laut Johns Hopkins University sterben durchschnittlich insgesamt 2.575 Menschen an einem Tag in Deutschland. Etwa zwei Prozent davon mit dem Corona-Virus. 14 Prozent der Erkrankungen verlaufen schwer, aber nicht lebensbedrohlich. Vor den Maßnahmen der sozialen Distanzierung waren es noch drei Personen. 82 Jahre ist der durchschnittliche Corona-Tote in Deutschland. 1.279 der Toten sind zwischen 80 und 89 Jahre alt.70 Prozent der Infizierten sind zwischen 15 und 59 Jahre alt. Zum Vergleich: 25.100 Menschen starben an der Grippewelle 2017/2018 – die höchste Zahl an
To­des­fällen in den vergangenen 30 Jahren.


Verständlich, dass nach es nach diesen statistischen Werten auch wissenschaftliche Minderheitsmeinungen gibt. So sagte der Hamburger Rechtsmediziner Püschel gestern: Die Deutschen müssten lernen, damit zu leben, und zwar ohne Quarantäne. Er untersucht viele Corona-Opfer. Sein Fazit: Covid-19 ist „ist eine vergleichsweise harmlose Viruserkrankung“. Deshalb appelliert er an Kanzlerin Merkel, eine neue Phase der Virus-Bekämpfung einzuleiten. Virologen stehen dabei nicht mehr im Mittelpunkt. Die von ihm untersuchten Todesopfer hätten alle so schwere Vorerkrankungen gehabt, dass sie, „auch wenn das hart klingt, alle im Verlauf dieses Jahres gestorben wären“, sagte er.


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Wir haben in diesem Newsletter in den letzten Wochen auf die Fallzahlen der private US-Universität Johns Hopkins in Baltimore (USA) zurückgegriffen. Ihr Corona-Tracker war einer der ersten, der die Ausbreitung des Coronavirus dokumentierte. Das Robert-Koch-Institut zählt dagegen nur Fälle, die von den Gesundheitsämtern gemeldet werden. Hier können Sie sich umfassend weiter informieren:

https://coronavirus.jhu.edu/map.html

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikobewertung.html


von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 15. April 2020

 

 

Die Gesamtzahl aller bisher in Deutschland festgestellten Infektionen ist bis heute Vormittag auf aktuell 132.210 Fälle gestiegen. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle erhöhte sich auf 3.495. Rund 67.000 der bisher erfassten Infizierten gelten inzwischen als genesen. Rund 15.000 Covid-19-Patienten mussten bisher in Krankenhäuser behandelt werden.

 

 

Derzeit gibt es in Hessen 6.179 bestätigte Coronafälle. Der Anstieg mit Neuinfektionen hat sich spürbar abgebremst. Waren Mitte März noch tägliche Steigerungen der bestätigten Fälle von bis zu 44 Prozent der Fall, so hat sich der Anstieg in den letzten Tagen auf weniger als fünf Prozent Zunahme verlangsamt. Auch bundesweit ist ein verlangsamter Anstieg zu beobachten.

 

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Die Zahl der infizierten Menschen in Südhessen steigt auch nur noch langsam an und die Zahl der Genesenen nimmt weiter stetig zu. 117 Coronavirus-Infizierte sind in Darmstadt registriert, 297 Fälle sind es im Landkreis Darmstadt-Dieburg und 305 im Kreis Groß-Gerau. 28 Todesfälle im Odenwald, fünf im Kreis Darmstadt-Dieburg, drei im Kreis Groß-Gerau.

 

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Das Robert-Koch-Institut (RKI) sieht Deutschland auf einem guten Weg aus der Coronavirus-Krise, aber noch keinen Grund zur Entwarnung. „Es gibt einige positive Tendenzen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler bei einer Pressekonferenz. Demnach steigen die Fallzahlen nicht mehr so stark an wie zu Beginn der Pandemie. Zugleich mahnte er, die Abstands- und Hygieneregeln weiterhin unvermindert einzuhalten. Anlass für Entwarnung sieht Wieler allerdings nicht. Als einen Grund führt er die weiterhin hohe Zahl an Infizierten an. Da sich noch viele Erkrankte in Intensivbehandlung befinden, sei davon auszugehen, „dass noch viele Todesfälle hinzukommen“. Außerdem sei der Zielwert für die Reproduktionszahl – also der Wert, der die Ansteckungsrate wiedergibt – noch nicht erreicht. Laut Wieler steht der Faktor derzeit bei 1,2. Das RKI strebt einen Wert unter eins an.

 

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Die Landesregierung will im Fall einer Wiederaufnahme des Unterrichts an den hessischen Schulen möglichst mit den Abschlussklassen beginnen. Das erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gestern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur möglichen Corona-Exit-Strategie in Wiesbaden. Bouffier betonte, dass noch nichts entschieden und er um ein möglichst einheitliches bundesweites Vorgehen bemüht sei. Alle Bundesländer verfolgten in ihren Anti-Corona-Maßnahmen das gleiche Ziel. Das müsse aber nicht bedeuten, dass alle im die gleichen Maßnahmen treffen.

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Hessen bemüht sich nach Angaben von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) ununterbrochen darum, Schutzmasken und andere Schutzausrüstung zu besorgen, stößt dabei aber immer wieder auf Probleme. „Das ist ein schwieriges Kapitel“, sagte er nach einem Treffen des Corona-Kabinettausschusses in Wiesbaden. Das Land müsse meist in Vorleistung treten und zudem aufpassen, nicht betrogen zu werden. Aktuell verzögert sich eine Lieferung von mehreren Millionen Schutzmasken. Diese lägen am Flughafen von Shanghai bereit, doch chinesische Behörden wollten die Lieferung noch auf mögliche minderwertige Ware untersuchen. 

 

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet wegen der Pandemie in diesem Jahr mit einer globalen Rezession. Die Wirtschaftsleistung werde um drei Prozent schrumpfen, betonte der IWF am Dienstag in seiner jüngsten Prognose zur globalen Konjunkturentwicklung. Das wäre ein schlimmerer Wirtschaftseinbruch als jener nach der globalen Finanzkrise 2008/2009. Im Januar hatte der IWF für 2020 noch ein Wachstum von 3,3 Prozent prognostiziert.

 

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Am Frankfurter Flughafen hat sich der Einbruch der Passagier- und Frachtzahlen bis zum Osterwochenende weiter fortgesetzt. In der Woche vom 6. bis 12. April zählte der Flughafenbetreiber Fraport an Deutschlands größtem Airport 46.338 Fluggäste und damit 96,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie Fraport mitteilte.

 

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Angesichts der Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus wurden alle Veranstaltungen der 70. Bad Hersfelder Festspiele 2020 abgesagt. Sie hätten eigentlich vom 26.06. bis 23.08. stattfinden sollen. Als Uraufführung war „Der Club der toten Dichter“ geplant. Jetzt wird überlegt, ob sie einfach ins nächste Jahr verschoben werden.

 

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Spanien meldet niedrigsten Anstieg an Coronavirus-Neuinfektionen seit Verhängung der Ausgangssperren vor einem Monat. Österreich lockert die Corona-Maßnahmen mit einer Wiedereröffnung kleinerer Geschäfte. Dänemark wagt sich mit der Öffnung seiner Schul- und Tageseinrichtungen für jüngere Kinder an eine erste vorsichtige Lockerung seiner Corona-Maßnahmen. Nach einem Monat mit geschlossenen Türen öffnen ab dem heutigen Mittwoch neben Kinderkrippen und Kindergärten auch die Schulen für die Schüler bis zur fünften Klasse wieder. In Deutschland äußern sich immer mehr Landeschefs dazu, wie Lockerungen nach den Osterferien konkret aussehen könnten – und offenbaren dabei Meinungsunterschiede.

 

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 14. April 2020

 

 

Ostern im Ausnahmezustand: Die Coronavirus-Pandemie zwang den Deutschen bei bestem Frühlingswetter strikte Regeln der sozialen Distanzierung auf. Wie entwickeln sich die Fallzahlen während der Feiertage? Die Gesamtzahl aller bisher in Deutschland festgestellten Infektionen ist bis heute Vormittag auf aktuell 130.072 Fälle gestiegen. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle erhöhte sich auf 3.194. Etwa die Hälfte der bisher erfassten Infizierten gelten inzwischen als genesen. Die tatsächliche Zahl dürfte noch weit darüber liegen – unter anderem, weil zahlreiche milde oder symptomlose Verläufe gar nicht durch Tests erfasst wurden.

 

Das hessische Sozialministerium hat am Montag 6.093 bestätigte Corona-Fälle in Hessen gemeldet, damit ist die Zahl um 90 Fälle seit dem Vortag angestiegen. Die Zahl der mit dem Virus in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg um drei auf 136.

 

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In den letzten 48 Stunden gab es in der Wissenschaftsstadt Darmstadt acht neue laborbestätigte Covid-19-Fälle. Kumuliert sind es nun 108 positive Fälle in Darmstadt, wovon jedoch ein großer Teil bereits wieder genesen ist.  Wie das Gesundheitsamt weiter berichtet, haben die fünf Corona-Schwerpunktpraxen der Kassenärztlichen Vereinigung ihre Arbeit aufgenommen und bereits erste Fälle an das Gesundheitsamt übermittelt.

 

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Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Landkreis Darmstadt-Dieburg hat sich seit Karsamstag nur wenig erhöht. Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind fünf Erkrankte dazugekommen. Damit ist die Zahl der Infizierten auf 290 gestiegen. Fünf Menschen sind bislang gestorben. Dagegen gelten 162 Menschen als geheilt. In den vergangenen sieben Tagen wurden 62 Neuinfektionen gemeldet.

 

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Zuletzt deuteten bereits verschiedene Kennzahlen auf eine Verlangsamung der Ansteckungsdynamik hin. Doch noch ist es zu früh, um aus diesen Daten bereits Anzeichen für eine sichere Trendwende herauslesen zu können. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält es für möglich, dass bestimmte Branchen unter Einhaltung von Sicherheitsregeln allmählich wieder zum Alltag zurückkehren können. Wenn diese Branchen zeigten, dass sie Hygiene- und Abstandsregeln durchsetzen könnten, „dann können die Bereiche, wo das geht, auch wieder anfangen, in den Alltag zurückzukehren“, sagte Spahn.

 

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Die Nationale Akademie der Wissenschaften »Leopoldina« empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen so bald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise zu öffnen. In der Stellungnahme der Wissenschaftler, die sich mit weiteren Schritten in der Corona-Pandemie beschäftigt, heißt es unter anderem zu den Voraussetzungen, die Infektionen müssten auf niedrigem Niveau stabilisiert und die bekannten Hygieneregeln eingehalten werden.

 

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Um die Angebote und Leistungen der Jugendhilfe in der Stadt auch in Zeiten der Corona-Krise aufrechterhalten zu können und um die Infrastruktur der Jugendhilfe am Laufen zu halten, wird die Stadt befristet bis zum 30. April die vereinbarten Zuschüsse an die Träger uneingeschränkt fortzahlen. Das hat der Magistrat jetzt beschlossen. „Die Sicherung der Angebote und Leistungen der Jugendhilfe ist, gerade in der Corona-Krise, absolut notwendig“, zeigt sich Kinder- und Jugenddezernentin Barbara Akdeniz (Grüne) überzeugt.

 

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Für die Kindertagesstätten hat der Magistrat außerdem beschlossen, die Kita-Entgelte vorerst für den Monat April auszusetzen. Auch die Elternbeiträge für die Schulkindbetreuung sind demnach in diesem Monat nicht zu zahlen. „Mit der Entscheidung, die Beiträge auszusetzen, setzen wir ein Zeichen für die Familien und wollen sie unbürokratisch in dieser schwierigen Zeit unterstützen“, sagt Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU). Ein wichtiges Signal sei dies außerdem für die Mitarbeiter der Jugendhilfeträger, die in der Schulkindbetreuung und im Pakt für den Nachmittag arbeiten. „Eines unserer Ziele mit dieser Maßnahme ist die Sicherung der vorhandenen und bewährten Betreuungsstrukturen“, sagt Schul-und Bildungsdezernent Rafael Reißer (CDU).

 

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Die Behörden in Deutschland haben über die Ostertage keine großen Verstöße gegen die in der Corona-Krise geltenden Beschränkungen festgestellt. Polizei und Politiker zeigten sich mit dem Verhalten der Bundesbürger weitgehend zufrieden. Polizisten führten bei schönstem Frühlingswetter bundesweit zigtausende Kontrollen durch. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wird sich ein möglicher Effekt während der Ostertage vermehrt nicht eingehaltener Kontaktsperren auf die Zahl erfasster Neuinfektionen erst in etwa 14 Tagen in der Statistik zeigen.

 

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die strengen Ausgangsbeschränkungen bis zum 11. Mai verlängert. Es gebe Hoffnung, sagte Macron am Abend in einer Fernsehansprache. Aber in der Region Grand Est oder im Großraum Paris seien die Krankenhäuser überlastet. Die Französinnen und Franzosen dürfen nur das Haus verlassen, wenn es unbedingt nötig ist. Spaziergänge oder Sport sind nur eine Stunde pro Tag im Radius von einem Kilometer zur Wohnung erlaubt.

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 9. April 2020


Die Gesamtzahl aller bisher in Deutschland festgestellten Coronavirus-Infektionen ist bis heute Vormittag auf aktuell 113.296 Fälle gestiegen. Das sind 5.633 neu erkannte Ansteckungen mehr als gestern. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle erhöhte sich auf 2.349. Auch in Hessen ist die Zahl der gemeldeten Neu-Infektionen wieder angestiegen – 269 sind dazu gekommen und damit hat sich die Gesamtzahl auf 5.114 erhöht. 13 Menschen sind durch das Corona-Virus in den letzten 24 Stunden gestorben. Damit steigt die Gesamtzahl auf 92. In Darmstadt sind 99 Coronavirus-Infizierte registriert. Insgesamt haben 53 Darmstädterinnen und Darmstädter ihre Covid-19-Erkrankung bereits überstanden.

 

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg wurden am Mittwoch 10 neue Corona-Fälle gemeldet, somit steigt die Zahl der Infizierten auf 251 an. Als wieder gesund gelten inzwischen 153 Menschen davon. Somit bleibt die Zahl der gemeldeten Infizierten, die das Virus noch in sich tragen, bei unter 100. In den vergangenen sieben Tagen wurden insgesamt 44 neue Fälle bestätigt.


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In Deutschland seien mittlerweile 46.000 infizierte Menschen wieder genesen, hieß es. Das sei eine erfreuliche Zahl, betonte Lothar Wieler vom Robert-Koch-Institut (RKI). Allerdings müsse mit zahlreichen weiteren Toten gerechnet werden. Bei den täglichen Zuwachsraten gab es zuletzt einen Dämpfer: Der tägliche Anstieg fiel am Dienstag unterm Strich wieder etwas größer aus. Die Zuwachsrate der täglich neu gemeldeten Infektionsfälle erhöhte sich auf 4,1 Prozent. Zu Wochenbeginn lag die Zuwachsrate noch deutlich tiefer bei 3,1 Prozent.


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Zu den Ansteckungszahlen sagte Gesundheitsminister Jens Spahn: „Wir sehen einen positiven Trend. Aber der muss sich verstetigen. Er hält vorsichtige Schritte aus dem staatlich angeordneten Stillstand nach den Osterferien für möglich.


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In Deutschland liegt die Verdopplungszeit in der laufenden Ansteckungswelle des Coronavirus Sars-CoV-2 auf Basis der von den Ländern täglich veröffentlichten Falldaten und im Trend der vergangenen Woche derzeit bei etwa 14 Tagen. Dies bedeutet, dass sich Gesamtzahl der Infizierten zuletzt in rund elf Tagen verdoppelt hat, wobei die Wachstumsraten der täglich neu bestätigten Infektionen zuletzt aber kontinuierlich gesunken sind – wodurch die Verdopplungszeit steigt.


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Deshalb könnten die drastischen Maßnahmen bald schrittweise zurückgenommen werden, meint auch der Virologe Martin Stürmer, Leiter eines Labors und Dozent für medizinische Virologie an der Uni Frankfurt. Zwar warnt der Virologe davor, „zu früh die Nerven zu verlieren, die Entwicklung der Infektionszahlen würden jedoch Grund zur Zuversicht geben. Es spräche viel dafür, dass „wir die Lockdown-Maßnahmen ändern können“, so Stürmer.


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Nach der jüngsten Bilanz des Kreises waren im Odenwaldkreis am Mittwoch 161 Frauen und Männer positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet, 23 mehr als am Vortag. Von ihnen waren sechs weitere und damit insgesamt 42 symptomfrei geblieben oder gesundet.


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Erstmals ist im Kreis Groß-Gerau am Mittwoch eine Corona-Patientin ohne gravierende Vorerkrankungen an Covid-19 gestorben. Es handelt sich bei der Frau um den dritten Todesfall im Kreis Groß-Gerau. Die 61-Jährige hatte Ende März die ersten Beschwerden bekommen und war am 30. März mit Husten und Fieber auf die Intensivstation der Kreisklinik eingeliefert worden. Am 31. März lag das positive Testergebnis vor. Die Patientin wurde am 3. April in die Asklepios-Klinik nach Langen verlegt.


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Deutschland steht kurz vor Ostern an einem heiklen Punkt. Der Preis, den diese Krise allen abverlangt, wird von Tag zu Tag spürbarer: isoliert in den Wohnungen, von Arbeitsplatzverlust oder Pleite akut bedroht. Gleichzeitig wachsen die Zweifel, ob die Maßnahmen nicht übertrieben sind. Dazu kommt, dass sich Wissenschaftler und Politiker inzwischen mehrmals korrigieren mussten. Niemand ist sich sicher, kann sich sicher sein.

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 8. April 2020

 

Der Anstieg der Fallzahlen schwächt sich weiter ab. Die Zahl der neu entdeckten Ansteckungen zieht nicht mehr ganz so rasant an wie noch Ende März. Ob die Entwicklung die erhoffte Trendwende markiert, ist allerdings noch unklarDie aktuelle Lage im Überblick. Die Gesamtzahl aller bisher in Deutschland festgestellten Coronavirus-Infektionen ist bis heute Vormittag auf aktuell 107.663 Fälle gestiegen. Das sind 4.288 neu erkannte Ansteckungen mehr als gestern. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle erhöhte sich auf 2.016. In Hessen sind 15 Menschen durch das Corona-Virus gestorben. Damit steigt die Gesamtzahl auf 79. Auch die Zahl der gemeldeten Neu-Infektionen ist wieder angestiegen – 177 sind dazu gekommen und damit hat sich die Gesamtzahl auf 4.845 erhöht.

 

Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen steigt in Darmstadt und den Kreisen Darmstadt-Dieburg sowie Groß-Gerau nur noch langsam an. Zugleich nimmt auch die Zahl der Genesenen täglich zu. 96 Coronavirus-Infizierte sind in Darmstadt registriert. Im Kreis Groß-Gerau wurde ein zweiter Todesfall registriert. Eine 85 Jahre alte Frau ist im Groß-Gerauer Krankenhaus an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Frau, die unter ernst zu nehmenden Vorerkrankungen litt, war Ende März mit Symptomen der neuen Lungenkrankheit in die Klinik eingewiesen worden und ist am Samstag gestorben.

 

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Die Zahl der Corona-Neuinfizierten im Landkreis Darmstadt-Dieburg sinkt weiter: Nach sechs neuen Fällen am Montag meldete der Kreis am Dienstag lediglich vier neue Infizierte. Somit liegt die Anzahl nun bei 241. Als genesen gelten mittlerweile 145 Personen. Sie werden aber noch in der Statistik der Infizierten geführt. Die Zahl der Kranken sinkt damit aber auf unter 100. Das ist der niedrigste Stand seit 28. März.

 

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Mittlerweile wächst auch die Zahl der Menschen, die eine Coronavirus-Infektion bereits überstanden haben. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI), dass die Epidemieabwehr in Deutschland federführend koordiniert, wird die Zahl der Personen, die nach einer Covid-19-Erkrankung wieder gesund sind, auf derzeit mindestens 30.300 geschätzt.

 

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Die Lufthansa reagiert auf die anhaltende Corona-Krise und schließt den Flugbetrieb ihrer Tochter Germanwings. Das teilte das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit. Zudem sollen etliche Flugzeuge auch anderer Teilgesellschaften stillgelegt werden.

 

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Laut dem Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, werden in Deutschland derzeit 2.500 Covid-19-Patienten mit Beatmungsgeräten behandelt. Er hält die Kapazitäten in den kommenden zwei Wochen für ausreichend. Es seien noch gut zehntausend Beatmungsplätze frei, sagte er.

 

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Unter den 12 000 in Neuseeland festsitzenden deutschen Urlaubern sind auch 20 aus Griesheim. Wer keine 16.000 Euro für ein Flugticket zahlen kann, muss sich gedulden.

 

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Der SV Darmstadt 98 kehrte gestern zurück auf dem Fußballplatz. Der Zweitligist ist in Kleinstgruppen wieder im Einsatz und wird ein organisiertes Individualtraining durchführen. Die Lilien haben ein Konzept entwickelt, um die Regelungen zum Kontakt mit Dritten und die Hygiene-Vorschriften einzuhalten. Alle Maßnahmen entsprechen den Vorgaben der Landesbehörden und sind mit den städtischen Behörden detailliert abgestimmt, so der Verein.

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 7. April 2020

 

Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zeigen die Beschränkungen im öffentlichen Leben langsam Wirkung: Die Ausbreitung des Covid-19-Erregers Sars-CoV-2 hat sich zu Wochenbeginn erkennbar verlangsamt. Die Zuwachsrate bei den täglich neu gemeldeten Infektionsfällen sinkt auf nur noch 3,1 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit dem 1. März. Bundesweit schwächte sich zuletzt auch der Anstieg der Todesfälle im Zusammenhang mit der von dem Erreger ausgelösten Atemwegserkrankung Covid-19 ab.

 

Laut der John-Hopkins-Universität wurden bis Sonntagabend 103.375 Infektionsfälle in Deutschland gemeldet. 1.810 Menschen starben demnach an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Rund 36.000 Menschen sind als genesen erfasst. In Hessen sind 4.668 Fälle offiziell bestätigt – 101 mehr als am Vortag. Fünf weitere Todesfälle wurden gemeldet, damit steigt die Gesamtzahl in Hessen nun auf 64. Die meisten Todesfälle in Hessen meldet der Odenwaldkreis – neun Menschen sind dort gestorben. In Darmstadt stieg am Montag die Zahl der Coronavirus-Infizierten um eine Person auf 93, von denen aber schon mehr als 36 wieder gesund sind. 237 Infizierte – sechs mehr als am Vortag – zählte der Landkreis Darmstadt-Dieburg. Von ihnen sind 102 genesen. Im Kreis Groß-Gerau gab es laut Gesundheitsamt 251 Infizierte (inklusive 96 Genesener).

 

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Der britische Premierminister Boris Johnson ist einem Bericht des Senders BBC zufolge auf die Intensivstation des Londoner St. Thomas Hospital verlegt worden. Sein Zustand habe sich im Laufe des Tages verschlechtert, teilte sein Team mit. Englische Medien berichten von Problemen mit der Atmung.

 

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In den vergangenen Wochen hat sich die Zahl der Intensivbetten in Deutschland von 28.000 auf 40.000 erhöht, heißt es von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Auch die Krankenhäuser in Darmstadt haben zu dieser Erhöhung beigetragen. „Das Klinikum hat auf seinen Intensivstationen 48 Betten und wir können innerhalb kürzester Zeit, sowohl personell als auch technisch, elf weitere Intensivbetten jederzeit in Betrieb nehmen“, teilt Eva Bredow-Cordier vom Klinikum mit. Das Elisabethenstift verfügt aktuell über 16 Intensivbetten und Beatmungsgeräte, heißt es von Ariane Steinmetz aus dem E-Stift. „Wir können heute bis zu sechs Patienten im Alice-Hospital beatmen“, teilt Holger Steiger, der ärztliche Geschäftsführer, mit. Auch das intensivmedizinische Bettenkontingent wurde auf zehn erhöht.

 

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Wegen ihrer besonderen Belastung in der Corona-Krise erhalten Pflegekräfte eine Sonderprämie von 1.500 Euro. Darauf einigten sich die Gewerkschaft Verdi und die Bundesvereinigung der Arbeitgeber in der Pflegebranche (BVAP) am Wochenende, wie Verdi jetzt bekannt gab. Die Eckpunkte eines speziellen Tarifvertrags sehen demnach vor, dass Vollzeit-Beschäftigte in der stationären Langzeitpflege und der ambulanten Pflege mit dem Juli-Gehalt zusätzlich 1.500 Euro erhalten, Teilzeitbeschäftigte einen Anteil entsprechend ihren tatsächlich geleisteten Stunden.

 

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In Hessen dürfen alle Supermärkte am kommenden Gründonnerstag bis 22 Uhr öffnen. Das hat die hessische Landesregierung beschlossen. Damit sollen lange Schlangen vor den Geschäften verhindert und Wartezeiten verkürzt werden. Vor allem am Gründonnerstag und kommenden Samstag wird wegen der Osterfeiertage ein besonders großer Andrang in den Supermärkten erwartet.

 

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Experten hatten es bereits vermutet – nun ist es amtlich: Mit dem massiven Rückgang von Auto- und Flugverkehr in der Corona-Krise hat sich die Luftqualität in Hessen verbessert. Derzeit würden an allen Luftmessstationen im Land deutlich niedrigere Werte des schädlichen Stickstoffdioxids als noch in der ersten Märzhälfte beobachtet, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden mit. 

 

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Die Hochschulen in Hessen haben sich darauf verständigt, dass alle Vorlesungen und Seminare den Studenten jetzt nur noch Online angeboten werden, und zwar solange bis die Corona-Krise überwunden ist. Weil zum Beispiel keine Laborversuche mehr angeboten werden können, könnten sich dadurch die Studienzeiten verlängern. Nachteile beim BAföG oder Kindergeld-Zahlungen wären die Folge. Hessens Wissenschaftsministerin Dorn will sich hier aber beim Bund für flexible Lösungen einsetzen. Das Semester an den hessischen Universitäten beginnt erst am 20. April. 

 

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Die Hochschule Darmstadt hat 4.000 Mundschutzmasken an das Elisabethenstift und an das Deutsche Rote Kreuz gespendet. Jeweils 2.000 Masken gingen an das Seniorenzentrum am Elisabethenstift und an das Deutsche Rote Kreuz. Der Mundschutzvorrat ist ein Restbestand, der am Campus Dieburg eingelagert war. Die Masken stammten größtenteils aus dem Fachbereich Gestaltung. Sie werden üblicherweise an Industriedesign-Studierende verteilt, da sie im Laufe ihres Studiums auch an Modellen arbeiten, bei denen es zur Staubentwicklung kommt. Derzeit werden sie dort aber nicht in einer hohen Stückzahl benötigt.

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 6. April 2020

 

Wieder melden die Gesundheitsämter Tausende Neuinfektionen mit dem Coronavirus, doch das Wachstum der Gesamtzahl scheint sich weiter zu verlangsamen. Laut der John-Hopkins-Universität wurden bis Sonntagabend 100.024 Infektionsfälle in Deutschland gemeldet. 1.576 Menschen starben demnach an der von dem Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Rund 29.000 Menschen sind als genesen erfasst. Auch in Hessen infizieren sich immer mehr Menschen. Das geht aus den neuesten Zahlen des zuständigen Sozialministeriums hervor. Demnach gab es bis Sonntag 4.567 bestätigte Fälle, 242 mehr als noch am Vortag. Die Zahl der Toten stieg um elf auf 59. Das Darmstädter Gesundheitsamt teilte mit, dass es im Stadtgebiet derzeit 92 positiv getestete Covid-19-Fälle gebe.

 

Im Kreis Bergstraße gibt es 218 Infizierte und ein Todesfall. Der Kreis Darmstadt-Dieburg – meldet 231 Infizierte und drei Todesfälle. Auch im Kreis Groß-Gerau gibt es 244 Infizierte und ein Todesfall. Im Odenwaldkreis wurden zehn weitere Pflegeheim-Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet. Damit sind jetzt drei Pflegeheime ganz oder teilweise unter Quarantäne. Gestern waren zwei Pflegeheimbewohner gestorben, damit hatte sich die Anzahl der Corona-Toten im Kreis auf acht erhöht.

 

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Marburger Forscher haben einen Online-Check entwickelt, mit dem sich die Wahrscheinlichkeit einer Coronavirus-Erkrankung ermitteln lässt. Menschen mit entsprechenden Symptomen sollen so ihr individuelles Risiko sofort einschätzen können. Dazu müssen sie auf einer Internet-Plattform eine Reihe von Fragen zu bestimmten Krankheitszeichen beantworten, wie die Philipps-Universität Marburg mitteilte. 

 

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Nicht alle Hessen halten sich angesichts der Corona-Krise an die Kontaktregeln. Am Sonntag kam es zu einer Demonstration am Mainufer in Frankfurt. Beim Mainkai hatten nach Angaben der Polizei zwischen 250 und 300 Menschen eine Menschenkette gebildet. Die Polizei schritt ein, verteilte Platzverweise und nahm Personalien auf.

 

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Seit knapp drei Wochen läuft die Rückholaktion. Mittlerweile wurden mehr als 200.000 deutsche Touristen aus 57 Ländern zurückgeholt. „Das war nicht immer einfach und hat stellenweise etwas geruckelt, wie man es in dieser schwierigen Zeit auch erwarten kann“, sagte Bundesaußenminister Heiko Maas. „Doch auf diese Leistung können alle Beteiligten stolz sein.“ Etwa 40.000 Menschen warten immer noch auf die Rückreise – die meisten in Neuseeland, Südafrika und Peru.

 

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Die aufgrund der Corona-Krise lang ersehnten Atemschutzmasken sind endlich angekommen. Zwei Millionen Schutzmasken sowie 300.000 Schutzkittel trafen am Samstag am Flughafen Leipzig/Halle aus China ein. Die Berliner Senatssprecherin Melanie Reinsch erklärte am Sonntagmorgen, dass die Bundeswehr sie dort abgeholt und nach Berlin gebracht hat. Schon am Montag sollen die Schutzmasken und -kittel in Berlin unter anderem an Kliniken, Pflegeheime und die Polizei verteilt werden. 

 

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Zum Start in die hessischen Osterferien hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) die Eltern zur Gelassenheit aufgerufen. „Die zurückliegenden Wochen ohne regulären Unterricht werden nicht über Dinge wie Versetzung oder Nicht-Versetzung Ihres Kindes entscheiden“, sagte er in einer Videobotschaft. 

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 3. April 2020

 

In Deutschland wurden laut John-Hopkins-Universität bis heute morgen 84.794 Infektionen gezählt, 1.107 Menschen sind an der Krankheit gestorben und nrund 22.000 Menschen bereits genesen. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen wuchs in Hessen auf 3.882. Die Todesfälle in Hessen erhöhten sich seit gestern um fünf Menschen auf insgesamt 31 Verstorbene. Das Darmstädter Gesundheitsamt teilte mit, dass es im Stadtgebiet derzeit nur 70 positiv getestete Covid-19-Fälle gebe. Seit Beginn der Pandemie seien von diesen 70 Fällen bereits 18 Personen aus der Quarantäne oder der Isolierung entlassen worden. Sie gelten nun wieder als gesund.

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es nun 195 registrierte Fälle (+ 18). Im Kreis sind inzwischen zwei Menschen gestorben. Nach einer Mitteilung der Kreisverwaltung gelten inzwischen 62 Menschen wieder als gesund. Sie sind aber nach Auskunft von Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) weiterhin in den Fallzahlen enthalten. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gab es 207 und im Kreis Groß-Gerau 219 positiv getestete Personen.

 

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Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) haben sich auf eine begrenzte Einreise von Erntehelfern geeinigt. Im April und Mai sollen jeweils bis zu 40.000 Saisonarbeiter unter strengen Auflagen einreisen dürfen, teilte Klöckner am Donnerstag in Berlin mit. Sie sollen ausschließlich mit dem Flugzeug ein- und wieder ausreisen dürfen.

 

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Der Darmstädter Pharma-Konzern Merck spendet 150.000 Liter dringend benötigtes Desinfektionsmittel an das Land Hessen. Die Flüssigkeit aus eigenen Kapazitäten werden von Landesbehörden an Ärzte und Kliniken verteilt, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. „Das Desinfektionsmittel wird vor allem Ärztinnen und Ärzten und den Pflegerinnen und Pflegern helfen, die mit großem Einsatz Menschen versorgen und Leben retten“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

 

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Laut Robert-Koch-Institut sind bundesweit 2.300 Personen des medizinischen Personals in Krankenhäusern mit dem Coronavirus infiziert. Das berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Die Dunkelziffer liege aber weit darüber: Es muss von einer Untererfassung ausgegangen werden, erklärte das RKI.

 

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Gute Nachrichten kommen von Gerald Gaß, Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Er sagte der Düsseldorfer „Rheinischen Post“, dass die Zahl der Intensivbetten in Deutschland um 12.000 auf nun 40.000 erhöht worden ist. 30.000 davon haben laut Gaß ein Beatmungsgerät. Derzeit befinden sich 2.139 Menschen auf den Intensivstationen davon müssen 1.797 beatmet werden.

 

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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt zur Bekämpfung medizinisch schwerer Corona-Erkrankungsverläufe auch Hoffnungen in das Malaria-Medikament »Resochin» des Pharmakonzerns Bayer. „Es gibt erste Hinweise, dass bestimmte Medikamente zu helfen scheinen“, sagte Spahn in BILD Live. Doch seien auch hier weitergehende Studien nötig, da jedes Pharmazeutikum Nebenwirkungen habe. Deshalb gebe es auch in Deutschland „eine Reihe von Studien, unter anderem mit diesem alten Mittel, das zur Malaria-Prophylaxe eingesetzt worden ist“. Es gebe auch noch weitere Arzneimittel, „wo es auch entsprechende Aussagen und Vermutungen gibt“. Spahn sagte, es werde aus seiner Sicht jedenfalls „deutlich früher der Fall sein“, dass ein wirksames Medikament gegen Covid-19 auf den Markt komme als ein Impfstoff.

 

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Wegen ausbleibender Fluggäste in der Corona-Krise schließt der Frankfurter Flughafen einen seiner beiden Passagier-Terminals. Das Terminal 2 bleibe ab dem kommenden Dienstag samt Parkhaus vorläufig geschlossen, teilte die Betreibergesellschaft Fraport am Donnerstag mit. Die Abfertigung werde dann im Terminal 1 im Bereich B konzentriert. Fraport begründete die Sperrung mit der immer weiter sinkenden Nachfrage. „Mit dem absehbaren Auslaufen der Rückholflüge wird das Aufkommen am Standort bei einem Minus von etwa 95 Prozent liegen“, sagte ein Sprecher.

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 2. April 2020

 

In Deutschland wurden laut John-Hopkins-Universität bis heute morgen 77.981 Infektionen gezählt, 931 Menschen sind an der Krankheit gestorben und mindesten rund 19.000 Menschen bereits genesen. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen wuchs in Hessen auf 3.582. Die Todesfälle in Hessen erhöhten sich seit gestern um acht Fälle auf insgesamt 26 Verstorbene. Die Zahl der Corona-Toten in Hessen ist damit so stark gestiegen, als jemals zuvor. In Darmstadt ist die Zahl der Infizierten auf 72 angewachsen. Eine Bewohnerin der Emilia Seniorenresidenz in der Emilstraße wurde positiv getestet. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gab es 195 und im Kreis Groß-Gerau 190 positiv getestete Personen.

 

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gibt es nun 195 registrierte Fälle (+ 18). Im Kreis sind inzwischen zwei Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Nach einer Mitteilung der Kreisverwaltung gelten inzwischen 60 Menschen wieder als „gesund“. Sie sind aber nach Auskunft von Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) weiterhin in den Fallzahlen enthalten.

 

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In der Kreisklinik Groß-Gerau ist ein 80-jähriger Mann an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das ist der erste Todesfall im Kreis Groß-Gerau in Hessen, der in Zusammenhang mit dem Coronavirus steht. Wie das Gesundheitsamt Groß-Gerau und die Kreisklinik mitteilen, litt der Mann bereits an schwerwiegenden Vorerkrankungen, noch bevor er mit dem Virus infiziert war. Die Todesursache war somit zunächst nicht eindeutig zu bestimmen. 

 

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Dem Robert-Koch-Institut liegen von rund 41.000 Patienten klinische Informationen vor. Die Auswertung hat ergeben, dass das Durchschnittsalter der Infizierten bei 47 Jahren liegt. 52 Prozent von ihnen waren männlich, 48 Prozent weiblich. Die häufigsten Symptome waren Husten (43 Prozent) und Fieber (41 Prozent). Viele Fälle hatten leichte Verläufe. Das Durchschnittsalter der Toten in Deutschland liegt der Auswertung der klinischen Daten (Stand: Dienstagmorgen) nach bei 80 Jahren. 506 der 583 Toten (87 Prozent) waren 70 Jahre oder älter. Die jüngste Verstorbene sei 28 Jahre alt gewesen, sagte Wieler und verwies auf Vorerkrankungen.

 

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Bund und Länder wollen die bestehenden scharfen Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Krise mindestens bis zum Ende der Osterferien verlängern. Die Bürger „bleiben angehalten, auch während der Osterfeiertage Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes gemäß den geltenden Regeln auf ein absolutes Minimum zu reduzieren“, erklärte Kanzlerin Angela Merkel in einer Audio-Pressekonferenz. Die entsprechenden Regelungen sollen zunächst bis zum 19. April gelten. Am 14. April – dem Dienstag nach Ostern – wolle man erneut über die Lage beraten. Es habe zudem große Einigkeit bestanden, dass es keine Pflicht zum Tragen von Schutzmasken geben solle. Es sei deutlich gemacht worden, dass man sich an die bestehenden Auflagen halten müsse, selbst wenn man solche Masken trage.

 

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Die Coronakrise werde bei den hessischen Spargelbauern voraussichtlich zu drastischen Ernteeinbußen führen. Er denke, dass aufgrund des Mangels an Erntehelfern höchstens 30 bis 40 Prozent des gewachsenen Spargels geerntet werden können, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt. „Das ist für viele Betriebe eine Katastrophe.“

 

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Die Notbetreuung der Schulkinder der Klassen 1 bis 6 während der Osterferien ist sichergestellt. Zur erweiterten Notbetreuung an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen in der Ferienzeit sind die Schulen direkt anzufragen. Die Notbetreuung in den Kindertagesstätten läuft regulär weiter.

 

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Seit Montag können Selbstständige und kleinere Firmen in Hessen Hilfe von Bund und Land beantragen. Seitdem sind bereits 51 Millionen Euro an Hilfsgeldern geflossen, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Die Zahl der Bearbeiter wurde verdoppelt.

 

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Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 113 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. 85 davon wurden aus überlasteten französischen Gebieten nach Deutschland gebracht, 26 aus Italien und zwei aus den Niederlanden. Für Kranke aus Italien sind noch 81 weitere Betten in neun Bundesländern reserviert, für Frankreich sind es weitere 13 Betten in acht Bundesländern. Das teilte das Auswärtige Amt der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit.

 

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Wegen des ausgesetzten Spielbetriebs fehlen Fußball-Zweitligist SV Darmstadt 98 mittlerweile mehr als fünf Millionen Euro in der Kasse. Dabei handele es sich um „Medien-, Zuschauer- und sonstige Erlöse“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch. „Wir haben bereits in den vergangenen Wochen alles heruntergefahren, was nach unten zu fahren ist“, was auch „erhebliche Gehaltsverzichte in allen Bereichen quer durch den Verein“ bedeute. In den vergangenen Jahren habe man Rücklagen geschaffen, mit denen die Verluste einige Zeit aufgefangen werden können. Die Corona-Zwangspause habe zudem auch Folgen für den Stadionausbau, der eigentliche Zeitplan könne nicht mehr eingehalten werden.

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 1. April 2020

 

In Deutschland wurden laut John-Hopkins-Universität bis heute morgen 71.800 Infektionen gezählt, 775 Menschen sind an der Krankheit gestorben und mindesten rund 15.000 Menschen bereits genesen. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen wuchs in Hessen auf 3.301. Die Todesfälle in Hessen erhöhten sich seit gestern um vier Fälle auf insgesamt 18 Verstorbene. In Darmstadt ist die Zahl der Infizierten auf 70 angewachsen. Eine Bewohnerin der Emilia Seniorenresidenz in der Emilstraße wurde positiv getestet. Im Landkreis Darmstadt-Dieburg gab es 177 und im Kreis Groß-Gerau 190 positiv getestete Personen.

 

Der erhoffte Wendepunkt in der Coronavirus-Krise ist noch nicht in Sicht: Am Dienstag wurden damit 146 Coronavirus-Tote gemeldet – damit sind am Dienstag so viele Menschen wie noch nie zuvor binnen eines Tages in Deutschland an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Auch die Zuwachsrate bei den Neuinfektion stieg zuletzt wieder an, Hoffnungen auf erste Anzeichen für eine Trendwende erlitten dadurch einen Dämpfer. Aktuell liegt die Rate zum Vortag bei 7,3 Prozent. Seit vergangenem Freitag war diese für die Einschätzungen zum Epidemieverlauf bedeutsame Kennzahl von 13,2 Prozent (Freitag) bis auf zuletzt 6,6 Prozent (Montag) gesunken.

 

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Im Odenwaldkreis hat es den ersten Todesfall im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gegeben, hat das Landratsamt mitgeteilt. Der Meldung nach handelt sich um eine aus dem Odenwaldkreis stammende Frau, die in einer Klinik außerhalb des Kreises in Behandlung war und am Montag dort verstorben ist. Die Zahl der positiv getesteten Personen ist auf 68 gestiegen. Von ihnen werden 17 in Krankenhäusern behandelt, zwölf davon im Gesundheitszentrum in Erbach. Von diesen wiederum liegen sechs auf der Intensivstation.

 

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Der Landkreis Darmstadt-Dieburg hat nun zwei Corona-Tote, allerdings ist kein Mensch am Montag an Covid-19 gestorben. Der Grund ist eine statistische Bereinigung: Vergangene Woche war der Mann im Krankenhaus in Darmstadt gestorben und wurde dann statistisch auch als Sterbefall in Darmstadt geführt. Er wohnte aber in Mühltal.

 

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Am Dienstag ist der erste Corona-Patient im Kreis Groß-Gerau an den Folgen der Lungenerkrankung Covid-19 verstorben. Der 80 Jahre alte Frau erlag der Viruserkrankung in der Kreisklinik Groß-Gerau. Die Patientin habe zusätzlich schwere Vorerkrankungen gehabt.

Am Dienstag wurden zwei Patienten intensivmedizinisch versorgt und beatmet, ein Patient musste in eine Spezialklinik verlegt werden, ein weiterer wurde normal beatmet.

 

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Die Intensivstationen der Krankenhäuser in Hessen sind derzeit nicht hundert Prozent ausgelastet. Das geht aus dem Online-Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervor. Derzeit seien in lediglich drei Kliniken in Hessen alle Beatmungsbetten belegt.

 

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Das Land Hessen hat an den ersten beiden Tagen bereits einen Soforthilfe-Betrag von 25,7 Millionen Euro ausgezahlt. Wie das Wirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte, wurden bis zum Nachmittag insgesamt rund 2.300 Anträge geprüft und bewilligt. Die Anträge auf Corona-Unterstützung können täglich zwischen 6 und 24 Uhr online eingereicht werden.


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Der von der Corona-Krise ausgelöste Ansturm auf Kurzarbeit ist in Hessen deutlich stärker als noch in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009. Allein in den beiden vergangenen Wochen seien bei den Agenturen rund 32.000 Anzeigen eingegangen, berichtete die Regionaldirektion am Dienstag in Frankfurt. Zur Zeit der Wirtschaftskrise betrug der Höchstwert der eingegangenen Anträge in einem Monat gerade einmal 1.470 Anzeigen.


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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der Corona-Krise den Krankenhäusern in Deutschland für ihre Vorbereitungen auf eine steigende Zahl von Infizierten gedankt. Aktuell seien 45 Prozent der Intensivpflegebetten in Deutschland frei und könnten somit Patienten mit schweren Krankheitsverläufen aufnehmen, sagte Spahn. 


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Für die meisten hessischen Abiturienten steht heute die letzte schriftliche Prüfung an. Üblicherweise sind die abgeschlossenen schriftlichen Prüfungen Grund zum massenhaften Feiern. Das Kultusministerium appellierte an die Abiturienten, auf die Abi-Feiern zu verzichten.

 

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Die Zwangspause in der Bundesliga und der 2. Liga verlängert sich wie erwartet bis mindestens 30. April. Einen entsprechenden Vorschlag des DFL-Präsidiums beschlossen die Vereinsführungen der 36 Profiklubs bei der ersten virtuellen Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga. Die Entscheidung fiel einstimmig.

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 31. März 2020

 

In Deutschland wurden laut John-Hopkins-Universität bis heute morgen 66.885 Infektionen gezählt, 645 Menschen sind an der Krankheit gestorben und 13.500 Menschen bereits genesen. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Hessen ist auf 3.100 gestiegen. Die Zahl der Todesfälle in Hessen stieg um eine Person auf elf. Das Gesundheitsamt teilt mit, dass es aktuell 62 positiv getestete Covid-19-Patienten in Darmstadt gibt.

 

Nun hat auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg das erste Covid-19-Opfer: Am Sonntagabend verstarb eine 90 Jahre alte Frau, die mit dem Corona-Virus infiziert war, in der Kreisklinik in Jugenheim. Der Kreis meldete 161 Infizierte in Darmstadt-Dieburg. Die Anzahl der Menschen mit Corona-Infektion stieg am Montag um 23 weitere Fälle an.

 

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In Deutschland gibt es erste Anzeichen, dass die Ausbreitung etwas gebremst voranschreitet. Die volle Wirkung der beschlossenen Maßnahmen dürfte aber wegen der Inkubations- und Testzeit erst mit Verzögerung in den Zahlen sichtbar werden.

 

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In den Krankenhäusern in Deutschland werden momentan rund 7.000 Menschen mit Covid-19 behandelt. Davon befinden sich rund 1.500 Patienten auf Intensivstationen, von denen etwa 1.100 beatmet werden müssen. „Wir haben es geschafft, die so wichtigen Beatmungsplätze im Bereich der Intensivmedizin von ehemals 20.000 Plätzen auf zwischenzeitlich 30.000 zu steigern“, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß. Die weitere Entwicklung hänge jetzt sehr stark von der Belieferung mit zusätzlichen Beatmungsgeräten durch die Industrie ab. Die Bundesregierung hatte zur Aufstockung der Kapazitäten in den Krankenhäusern 10.000 neue Beatmungsgeräte bestellt.

 

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Aufgrund der Covid-19-Pandemie werden das Europa-Wochenende und der städtische Grenzgang am 5. und 6. Juni abgesagt. Der Grenzgang wurde traditionell von Darmstadts Partnerstädten kulinarisch begleitet. 


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Ein Militärhubschrauber der französischen Luftwaffe hat am Montag zwei Corona-Patienten nach Hessen geflogen. Die beiden Infizierten aus dem Straßburger Raum landeten am Mittag auf dem Flugplatz in Egelsbach und wurden von dort mit einem Rettungswagen in eine Offenbacher Klinik gebracht. Wie das Krankenhaus bestätigte, werden die beiden Corona-Fälle auf der Intensivstation behandelt. Ihr Zustand sei stabil.


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Forscher des Deutschen Roten Kreuzes und der Virologie an der Uniklinik Frankfurt haben gemeinsam ein neues Testverfahren auf das Coronavirus entwickelt. Mit einer speziellen Lösung können in den Laboren mehrere Proben gleichzeitig getestet werden – nur bei einem positiven Ergebnis müssen die Proben dann einzeln nachgetestet werden. „Damit wird es möglich, die von Wissenschaftlern und Politikern geforderte Ausweitung der Testung in weitere Bevölkerungsgruppen auch bei den begrenzten Testkit-Ressourcen früher umzusetzen, als bisher angenommen wurde“, sagte Erhard Seifried vom DRK-Blutspendedienst. Mit der neuen Methode lasse sich die aktuelle Zahl von deutschlandweit 40.000 Tests pro Tag auf 200.000 bis 400.000 Untersuchungen steigern.


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Die »Wirtschaftsweisen« halten eine schwere Rezession in Deutschland durch die massiven Folgen der Coronavirus-Krise für unvermeidbar. Die deutsche Wirtschaft werde 2020 deutlich schrumpfen, heißt es von dem Sachverständigenrat. Als derzeit wahrscheinlichste Entwicklung sehen die Ökonomen eine Normalisierung der wirtschaftlichen Lage über den Sommer, so dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) unter dem Strich in diesem Jahr um 2,8 Prozent schrumpft. Es seien aber auch Szenarien denkbar, in denen die gesundheitspolitischen Maßnahmen über den Sommer hinaus andauern und das BIP um 4,5 Prozent schrumpft.

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 30. März 2020

 

In Deutschland wurden laut John-Hopkins-Universität bis heute morgen 62.435 Infektionen gezählt, 541 Menschen sind an der Krankheit gestorben und 9.211 Menschen bereits genesen. Das Sozialministerium in Wiesbaden meldete am Sonntag ein Plus von 167 Fällen gegenüber dem Vortag auf nun 2.943 in Hessen. Der Zuwachs fällt damit geringer aus, als an den Tagen zuvor. Die Zahl der Todesfälle in Hessen stieg um eine Person auf elf. In Darmstadt haben sich 59 Menschen infiziert. Das waren zehn mehr als noch am Vortag. Zwei Patienten müssen nach einer Mitteilung der Stadt Darmstadt intensivmedizinisch betreut werden.

 

Die Zahl der infizierten Menschen steigt auch in den Kreisen Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau weiter stetig an. 157 im Landkreis Darmstadt-Dieburg und 183 im Kreis Groß-Gerau wurden gemeldet. Im Kreis Bergstraße gibt es zwölf neue nachgewiesene Corona-Infektionsfälle. Insgesamt sind damit 168 Fälle im Kreis Bergstraße bekannt. Eine 66 Jahre alte Frau aus Lampertheim ist an den Folgen einer Erkrankung mit dem Coronavirus verstorben.

 

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Im Odenwaldkreis sind 58 Menschen bis Samstagabend positiv getestet worden. Damit ist deren Zahl innerhalb eines Tages um zehn Fälle gestiegen, teilt Stefan Toepfer aus der Pressestelle des Odenwaldkreises mit. Von diesen 58 Personen befinden sich demnach elf im Krankenhaus in Erbach. Davon wiederum liegen fünf auf der Intensivstation zuzüglich einer Person, bei der das Testergebnis noch nicht vorliegt.

 

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Lothar Wieler, der Präsident des Robert Koch-Instituts mahnte, nicht zu viel von den Zahlen abzulesen. „Alle schauen jetzt auf diese Zahlen, vergleichen sie mit anderen Ländern. Das sind aber Momentaufnahmen, und jedes Land funktioniert anders und befindet sich in einem anderen Stadium“, sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung».

 

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Das Wirtschaftsministerium hat weitere Details zu den Soforthilfen für Solo-Selbstständige, Freiberufler, Künstler und Kleinunternehmen veröffentlicht. Ab Montag können die Betroffenen die Soforthilfe in einem 15-minütigen Online-Verfahren auf der Website des Regierungspräsidiums Kassel beantragen. Benötigt werden dazu beispielsweise Informationen über die entstandenen Liquiditätsengpässe sowie ein Auszug aus der letzten Einkommenssteuererklärung. „Wir rechnen mit einer hohen Zahl an Antragsstellern und wollen selbstverständlich, dass alles reibungslos läuft. Darum appellieren wir an alle, die Anleitung und Hinweise genau zu beachten“, teilten Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Finanzstaatssekretär Martin Worms (parteilos) mit.

 

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will in der Corona-Krise Bonuszahlungen für Arbeitnehmer bis 1.500 Euro steuerfrei stellen. „Viele Arbeitgeber haben bereits angekündigt, ihren Beschäftigten einen Bonus zahlen zu wollen. Heute werde er die entsprechende Anweisung erlassen, versprach Scholz in der »Bild am Sonntag«. Viele Arbeitnehmer seien aktuell täglich im Einsatz unter erschwerten Bedingungen, um uns zu versorgen“, sagte der SPD-Politiker. „Dieses Engagement sollten wir honorieren.“ Als Beispiele nannte er Pflegekräfte, Kassiererinnen im Supermarkt, Ärzte in Krankenhäusern und Lkw-Fahrer.

 

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Freude in der Zentralen Notaufnahme des Klinikums Darmstadt: Das Krankenhaus ist auf eigene Initiative zu einer heiß ersehnten Spende gekommen. 315 Ganzkörper-Schutzanzüge und 5.000 chirurgische Mundschutze kamen — original verpackt — aus China an.

Initiiert hat die Spende die Huada-Chinesisch-Schule Darmstadt. Überbracht hat das Geschenk im Wert von 8.000 Euro Schulleiterin Hongyan Su, Frau Cao-Balzer und Vorstandsmitglied Guoqiang Sun. Er erzählte, die Spendensumme komme von den Eltern, die seit zwei Wochen auch viel Zeit damit verbrachten, bei Firmen anzufragen, im Internet zu recherchieren und die Ware zu ordern.

 

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Der Krisenstab prüft, ob Darmstadt die italienische Partnerstadt Brescia bei der Bekämpfung der Pandemie unterstützen kann. Die Stadt in der Lombardei ist neben Bergamo eine der am stärksten vom Virus betroffenen Städte.

 

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Nach einer Mitteilung der Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (Dadina) wird von heute an der AirLiner nur noch im Stundentakt verkehren. Die Buslinie G und WX fahren wieder nach Ferienfahrplan und die Buslinie RHX entfällt. Außerdem entfallen die Nachtfahrten von Linien der Fa. Jungermann, der Fa. FS Omnibus (Fischle) und der Fa. Spahn und Roth. Der Fahrscheinverkauf beim Fahrpersonal auf allen lokalen Linien im Dadina-Gebiet wurde zwar eingestellt, die Fahrkartenpflicht besteht aber weiterhin. Fahrkarten können etwa an den RMV-Vorverkaufsstellen, den Automaten und über das RMV-Handyticket erworben werden. Weitere Informationen gibt es bei der Dadina-Geschäftsstelle unter der Telefonnummer 06151/360510 oder per Mail unter info@dadina.de.  

 

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Um Autofahrer in der Corona-Krise zu entlasten, bekommen sie für die Erneuerung der TÜV-Plakette nach den Worten von Verkehrsminister Andreas Scheuer vorübergehend mehr Zeit. Die Frist für die Überziehung sei von zwei auf vier Monate verlängert worden, sagte der CSU-Politiker der »Bild“-Zeitung«. 

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 27. März 2020

 

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist bis heute früh auf 43.938 angestiegen, davon sind 267 Menschen verstorben. Die Zahl in Hessen ist auf 2.170 gestiegen. Seit Mittwoch wurden damit 261 Fälle mehr bestätigt. Die Zahl der Todesfälle stieg auf acht. In Darmstadt gibt es 38 positiv getestete Covid-19-Fälle.

 

Eine gute Nachricht kam am Donnerstag aus dem Landratsamt: Fünf Menschen aus dem Kreis, die an Covid-19 erkrankt waren, gelten inzwischen als geheilt. Es kamen aber am Mittwoch zehn neue Fälle hinzu. Somit weist die Statistik nun 114 Corona-Infektionen auf, wobei fünf davon als gesund gelten, aber nicht aus den Fallzahlen herausgerechnet werden.

 

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Im Kreis Groß-Gerau gibt es nun laut dem Gesundheitsamt des Kreises 135 Infizierte.  Ein infizierter Patient befindet sich nach Angaben des Groß-Gerauer Gesundheitsamtes in stationärer Intensivbehandlung. „Nachdem wir rund ums vergangene Wochenende drei Tage lang exponentielles Wachstum bei den Fällen zu verzeichnen hatten, verringert sich das Tempo der Steigerung bei den Fallzahlen seit einigen Tagen“, äußerte Dr. Angela Carstens, die Leiterin des Fachbereichs Gesundheit und Verbraucherschutz in der Kreisverwaltung Groß-Gerau.

 

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Im Kreis Bergstraße beträgt die Zahl der Infizierten 123. Damit haben sich erst 0,039 Prozent der Bergsträßer mit dem Virus angesteckt. Zwölf davon sind inzwischen wieder gesund. „Zwei Drittel der Erkrankten sind Männer, ein Drittel Frauen“, erklärte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz.

 

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Im Odenwaldkreis gibt es 33 positiv auf das Corona-Virus getestete Menschen, davon befinden sich 14 im Krankenhaus. Von ihnen sind zwölf im Erbacher Kreiskrankenhaus und zwei in Kliniken außerhalb des Odenwaldkreises.

 

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Wie die Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte werden 14 schwerkranke Coronavirus-Patienten aus Italien und Frankreich in Hessen aufgenommen, zehn Patienten aus der hessischen Partnerregion Emilia-Romagna und vier Patienten aus der französischen Region Grand Est.  Zu der einmaligen Aktion habe sich die Landesregierung Hessen auf Bitten von italienischer und französischer Seite entschlossen. Die Patienten sollen auf mehrere Kliniken im Bundesland verteilt und notmedizinisch behandelt werden.

 

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Gute Nachrichten für Eltern im Odenwaldkreis: Weil die Kindergärten wegen der Corona-Krise geschlossen sind, müssen sie im April keine Kita-Gebühren zahlen. Darauf haben sich die zwölf Bürgermeister der Odenwaldkreis-Kommunen geeinigt. Dem Vorgehen der Städte und Gemeinden werden sich laut Mitteilung die kirchlichen Träger und aller Wahrscheinlichkeit nach auch die freien Träger anschließen. Das haben bereits geführte Gespräche ergeben.

 

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Das Corona-Virus hat auch Folgen im Weltraum: So hat jetzt das Europäische Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt noch mehr Mitarbeiter ins Home Office geschickt. Konsequenz: Die wissenschaftlichen Instrumente mehrerer Missionen wurden abgeschaltet. Mehrere Forschungssatelliten fliegen jetzt quasi im Leerlauf durchs All – größtenteils ohne Aufsicht, weil nur noch wenige Ingenieure vor Ort in Darmstadt arbeiten.

 

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In Darmstadt werden Steuerbescheide für Gewerbetreibende zurückgestellt. Notwendig sei nur ein formloser Antrag, der auf die aktuelle Covid-19-Pandemie verweise, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Zudem würden bis zur Normalisierung der Lage keine Gebühren für die Nutzung von Außenflächen erhoben.

 

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Der „digitale Alltag zu Hause“ ist Thema des ersten Online-Elternabends, zu dem heute das Haus der digitalen Medienbildung in Kooperation mit dem Darmstädter Jugendamt, der Digitalstadt GmbH und der Centralstation einlädt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Die Stadt Darmstadt will auf diese Weise Eltern die Gelegenheit bieten, miteinander ins Gespräch zu kommen und auch kreative Tipps für den Alltag zu Hause geben. Die Teilnahme an dem Online-Elternabend ist kostenfrei. Für die Teilnahme ist die Installation der kostenfreien App »GoToMeeting« erforderlich. Der Zugang erfolgt über die Eingabe des Codes 846-711-621 direkt in der App.

 

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Die Darmstädter Bauverein AG hat beschlossen, im April keine Mieterhöhungsschreiben zu verschicken. Zudem solle geprüft werden, ob eine auf die jeweilige Situation angepasste Ratenzahlung der Miete möglich sei, teilt das kommunale Unternehmen mit. Kunden könnten ihre Kündigungen zurückziehen, sofern die Wohnung nicht bereits neu vermietet worden ist. Der Bauverein will zudem vorübergehend Kündigungen und Räumungsverfahren aussetzen. Die BVD Gewerbe GmbH, ein Tochterunternehmen des Bauvereins, steht laut Mitteilung zudem mit Gewerbekunden in Kontakt, die durch die derzeitigen Schließungen ihrer Betriebe in Not geraten. Auch hier will man nach Angaben der Unternehmensleitung den Kunden „mit individuellen Lösungen entgegenkommen“.

 

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Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) richtet einen Appell an die Einwohner. Er bittet darum, den lokalen Handel und die Gastronomie zu unterstützen. Es werde eine Zeit nach der aktuellen Krise geben, sagte Partsch. „Dann werden die lokalen Geschäfte und Dienstleister den Zuspruch ihrer Kundinnen und Kunden umso mehr benötigen.“ Es sei also durchaus eine gute Frage, ob man nun etwas sehr schnell benötige oder ob man darauf warten könne, es später wieder lokal und direkt zu kaufen.

 

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Die Unternehmerplattform »Made in Südhessen« und die Agentur van Wittlaer bieten Unternehmern an, einen Online-Shop in nur wenigen Tagen umzusetzen. Davon profitieren die Einzelhändler auch langfristig“, sagt Marketing-Berater Gerhard Hill von »Made in Südhessen«. „Der Bedarf und die Nachfrage nach Produkten besteht ja weiterhin und Händler müssen sich vor allem um ihre Stammkunden kümmern“, meint Benny Poensgen. An einem Online-Shop interessierte Händler wenden sich über eine Hotline unter der Telefonnummer 06114478211 an das Team. Für die gesamte technische Umsetzung des Online-Shops samt Warenkorb- und Kassensystem mit Zahlungsdienstleistern sorgt das Team. Weitere Informationen unter www.popup-online-shop.de/index.html

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 26. März 2020

 

In Hessen haben sich weitere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der bestätigten Fälle lag am Mittwoch bei 1.909, wie das Sozialministerium in Wiesbaden mitteilte. Damit gab es 292 mehr Infizierte als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die auf den Erreger Sars-CoV-2 zurückgeführt werden, stieg auf sechs. In Darmstadt gibt es 33 positiv getestete Covid-19-Fälle. Insgesamt liegt der Landkreis Darmstadt-Dieburg bei 99 Fällen und der Kreis Groß-Gerau meldete 118 Infizierte.

 

In ganz Deutschland sind bereits mehr als 200 Menschen an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben. Zugleich ist die Zahl der Infizierten auf mehr als 37.000 gestiegen.

Damit hat sich die gemeldete Gesamtzahl der Todesopfer innerhalb von 24 Stunden um mehr als 50 erhöht. Das war der größte Anstieg seit Erfassung der Fälle.  Mehr als 1.000 Patienten werden auf Intensivstationen behandelt und bis zu 4.000 befinden sich in stationärer Behandlung.

 

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Wie Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, mitteilte, steigt auch die Zahl der Genesenen. Diese liege nach den aktuellen Schätzungen bei mindestens 5.600. Wieler betonte aber am Mittwoch erneut: „Wir sind am Anfang der Epidemie.“ Natürlich werde die Zahl der Todesfälle steigen. „Es ist völlig offen, wie sich diese Epidemie entwickelt.“ Das Durchschnittsalter der Infizierten liege bei 45 Jahren, dass der Verstorbenen bei 81 Jahren

 

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Im Darmstadt-Eberstadt wird derzeit das Gebäude der früheren Neurologischen Klinik auf dem ehemaligen Gelände des städtischen Klinikums als Interimseinrichtung für die Pflege von Patienten eingerichtet. Auf diese Weise sollen Bettenkapazitäten in den Darmstädter Kliniken und der Region für Corona-Patienten bereitgehalten werden. Stadtsprecher Klaus Honold sprach am Mittwoch von einer „Einrichtung zur Patientenpflege“ mit rund 80 Betten.

 

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Die aktuelle Corona-Krise hat die Verbraucherstimmung in Deutschland auf den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise einbrechen lassen. In seinem monatlich ermittelten Konsumklimaindex prognostiziert der Nürnberger Marktforscher GfK für April einen Rückgang um 5,6 Punkte auf 2,7 Zähler. Nur im Mai 2009 auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise lag der Index mit 2,6 Punkten niedriger.

 

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Das Bundesinnenministerium hat ein Einreiseverbot für Saisonarbeiter angeordnet. Erntehelfern und anderen Saison-Arbeitskräften werde seit gestern 17.00 Uhr an im Rahmen der bestehenden Grenzkontrollen die Einreise verweigert, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Viele Landwirte in Hessen zeigen sich entsetzt, denn ihnen fehlen derzeit Arbeitskräfte für Ernte und Aussaat. Es gibt einige Deutsche, die sich jetzt freiwillig melden, um bei der Ernte zu helfen.

 

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Nach Einschätzung des Innenministeriums halten sich fast alle Hessen an die strengen Kontaktregeln. Landesweit seien in den zwei Tagen seit Inkrafttreten am Montag nur 179 Verstöße registriert worden.

 

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Hessen will seine Abiturienten weiter wie geplant bis zum 2. April schriftlich prüfen. Das erklärte Kultusminister Alexander Lorz. Die hessischen Abiturprüfungen waren am Mittwoch wie geplant mit dem Fach Mathematik fortgesetzt worden. Am Donnerstag steht das Fach Französisch auf der Agenda.

 

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Mit Schutzmasken und anderer medizinischer Ausrüstung an Bord ist der erste Lufthansa-Passagierjet als reiner Frachtflieger in Frankfurt gelandet. Die Maschine kam aus Shanghai in China mit insgesamt 30 Tonnen Fracht. Die 17 Frachtflieger der Lufthansa-Tochter sind in Folge der Corona-Krise voll ausgelastet. Die Lufthansa prüft nach eigenen Angaben den Einsatz weiterer Passagiermaschinen als Frachtflugzeuge.

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 25. März 2020

 

Noch immer steigt die Zahl der Infizierten in Deutschland. Inzwischen wurden mehr als 32.900 Corona-Fälle gemeldet, 156 Menschen sind bereits an den Folgen der Lungenerkrankung gestorben (Stand 25. März). Auch in Hessen breitet sich das Coronavirus weiter aus. Bis zum Dienstagmittag lag die Zahl der gemeldeten Infizierten bei 1.617, das waren 265 Fälle mehr im Vergleich zum Montag. Fünf Menschen sind bereits gestorben. In Darmstadt gibt es 27 positiv getestete Covid-19-Fälle. Insgesamt liegt der Landkreis Darmstadt-Dieburg bei 82 Fällen. Am Sonntag waren es noch 73 Infizierte.

 

Die Stadt Darmstadt hat bestätigt, dass ein Neunundachtzigjähriger mit „diversen schweren Vorerkrankungen“ in der Nacht zum Dienstag in einem Krankenhaus der Stadt an dem Virus verstorben ist. Damit steigt die Zahl der Todesopfer in Hessen auf sechs an.

 

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Zu Beerdigungen und Trauerfeiern sind ab sofort nur noch zehn Personen zugelassen. Dies hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt gestern, mit Bezug auf einen Erlass des Hessischen Innenministeriums festgelegt. „Von den Vorsorgemaßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie sind alle Bereiche des Lebens betroffen – auch dieser schmerzliche, der des Abschieds von nahestehenden Menschen“, sagt Sozialdezernentin Barbara Akdeniz.

 

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Aber es gibt auch gute Nachrichten: Wie Lothar Wieler, Chef des Robert-Koch-Instituts, mitteilte, steigt auch die Zahl der Genesenen – rund 3.000 sollen es aktuell in Deutschland sein.

 

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Die Corona-Krise hat den sonst vielerorts so dichten Berufsverkehr in Hessen erheblich ausgedünnt. Laut ADAC ging die Staulänge insgesamt um 88 Prozent zurück. Vergangene Woche zählte der Automobilclub nur gut 160 Staus mit einer Gesamtlänge von rund 180 Kilometern. Vor Beginn der Home-Office-Regelungen staute es sich demnach noch auf einer Gesamtlänge von über 1.500 Kilometern.

 

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Die Bundesregierung hat heute ein umfangreiches Hilfspaket mit mehreren Schutzschirmen − darrunter eine Soforthilfe für kleine Firmen und Solo-Selbstständige − gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf den Weg gebracht. Beschlossen wurde ein Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von rund 156 Milliarden Euro. Dafür soll eine Notfallregelung in der Schuldenbremse durch den Bundestag in Kraft setzen. Damit alles möglichst rasch umgesetzt werden kann, wird heute der Bundestag, am Freitag der Bundesrat zustimmen. Es ist das größte Hilfspaket in der Geschichte Deutschlands. Insgesamt umfasst das Paket laut Finanzminister Olaf Scholz (SPD) 750 Milliarden Euro. Details zu den einzelnen Schutzschirmen finden Sie auf der Website der Bundesregierung. (www.bundesregierung.de) auf der Website des Bundesfinanzministeriums. (www.bundesfinanzministerium.de)

 

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Auch die hessische Landesregierung will bis zu 7,5 Milliarden Euro als Corona-Soforthilfe zur Verfügung stellen. Dazu zählen vorübergehende Liquiditätsunterstützung um bis zu 1,5 Milliarden Euro. Die Übernahme von Landesbürgschaften in besonderen Fällen über 2,5 Millionen Euro zur Liquiditätssicherung. Durch die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen werden Kredite zwischen 25.000 und 150.000 Euro für KMU mit bis zu 250 Mitarbeitern und 50 Millionen Euro Umsatz und Express-Bürgschaften für Darlehen bis 300.000 Euro zur Verfügung gestellt.

 

von Hans-Werner Mayer

 

Update vom 24. März 2020

 

Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in Hessen ist mittlerweile auf 1.352 gestiegen. Das ist ein Anstieg von 82 Personen innerhalb von 24 Stunden. Seit Sonntagmittag ist in Darmstadt ein Corona-Patient dazugekommen. Stand Montag sind es nun 27 Fälle, zwei Infizierte liegen weiterhin auf der Intensivstation, teilt die Pressestelle mit.

Bei den Corona-Fällen im Kreis hat sich die Meldekette bei den Behörden geändert, sodass am Montag keine aktuellen Fallzahlen genannt wurden. Am Sonntagmittag lag der Landkreis laut Gesundheitsamt bei 73 Infizierten, das hessische Sozialministerium meldete am Montag erst 63 Fälle. Die vom Ministerium gemeldeten Fälle entsprechen aber dem Stand von Freitag.

 

Die Änderung auf Behördenseite habe damit zu tun, dass das Gesundheitsamt von Darmstadt und Darmstadt-Dieburg die Meldeketten an das Sozialministerium und das Robert-Koch-Institut nicht unterlaufen dürfe, sagt Kreissprecherin Annika Schmid. Somit werden die Zahlen nun immer mit mindestens einem Tag Verzögerung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

 

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Das Robert-Koch-Institut äußert sich vorsichtig optimistisch, dass sich der Anstieg der Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland leicht abschwächt.

 

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Die übergroße Mehrheit der Deutschen befürwortet laut einer Umfrage die wegen des Coronavirus verhängten Beschränkungen von Versammlungen. Laut dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend stellen sich 95 Prozent der Befragten hinter die Regelung, die Treffen von mehr als zwei Personen außerhalb der eigenen häuslichen Gemeinschaft verbietet. Nur drei Prozent der Deutschen lehnen diese Maßnahme ab. 75 Prozent der Bundesbürger sind der Umfrage zufolge zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. Nur fünf Prozent sind damit gar nicht, 18 Prozent weniger zufrieden. Bei der berufsaktiven Gruppe der 18- bis 64-Jährigen zeigten sich 42 Prozent der Befragten besorgt um die eigene wirtschaftliche Entwicklung.

 

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Zur Unterstützung der Kliniken hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt einen Aufruf an Bürger und Bürgerinnen gestartet, um zusätzliches Personal zu akquirieren. Gesucht werden: Medizinisches Personal, Pflegepersonal und Verwaltungspflegepersonal. Personen, auf die das zutrifft, können sich unter Angabe ihrer Qualifikation sowie ihrer Kontaktdaten unter coronahelfer@darmstadt.de melden. Inzwischen haben sich schon zahlreiche Menschen vor allem mit medizinischen Kenntnissen gemeldet und ihre Unterstützung angeboten. Die Hotline ist unter 06151-78068 00 montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr besetzt.

 

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Wer einen Einkaufsservice in Anspruch nehmen will, kann sich Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr unter Telefon 06151-427216 melden oder an einkaufen@spd-darmstadt.de schreiben. Bezahlt werden müssen nur die normalen Einkaufskosten, die Lieferung ist kostenfrei.

 

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Der weltweit nahezu zum Erliegen gekommene Flugverkehr hinterlässt beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport weiterhin tiefe Spuren. Die Passagierzahl brach in der zwölften Kalenderwoche des Jahres (16. bis 22. März) um 73,5 Prozent auf 331.353 ein, wie das Unternehmen in Frankfurt mitteilte. Fraport hatte erst jüngst wegen der Folgen der Pandemie für einen Großteil der Beschäftigten Kurzarbeit eingeführt.

 

von Hans-Werner Mayer

Update vom 23. März 2020

 

Das Coronavirus breitet sich in Hessen weiter aus. Bis zum frühen Sonntagnachmittag hatten sich 1.267 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Das waren 101 bestätigte Fälle mehr als am Tag zuvor. Nach Angaben des Sozialministeriums starben bislang drei Menschen an den Folgen einer Infektion. In Darmstadt gibt es inzwischen 23 bestätigte Fälle. Die Zahl der Menschen, die sich im Landkreis Darmstadt-Dieburg mit dem Coronavirus infiziert haben, hat sich am Wochenende auf 73 erhöht. Am Samstag und Sonntag wurden elf neue Infektionen registriert. Der Anstieg war damit bei weitem nicht so stark wie am Freitag, als 36 neue Fälle bekannt geworden waren. Das Gesundheitsamt für den Kreis Groß-Gerau berichtet von 85 bestätigten Fällen.

 

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Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat die hessische Landesregierung am Sonntagabend im Eilverfahren weitere Maßnahmen beschlossen. Nach dem neuen Beschluss dürfen sich nur noch zwei Personen zusammen im öffentlichen Raum aufhalten. Damit wolle man insbesondere Alleinstehenden ermöglichen, sich auch weiterhin mit einer Person außerhalb des eigenen Hausstands draußen zu treffen, hieß es in einer Mitteilung der Staatskanzlei. Vom Kontaktverbot ausgenommen sind Familienmitglieder und alle Menschen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben. Dies gilt für zunächst zwei Wochen.

 

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Kosmetische Dienstleister wie Friseure, Kosmetikstudios, Tattoo-Studios und Massagesalons müssen künftig geschlossen werden. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben dann aber weiter möglich. Weiterhin offen bleiben: Einzelhandelsbetriebe für Lebens- und Futtermittel, Wochen- und Lebensmittelmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Post-Filialen und -Partner. Ebenso dürfen Baumärkte weiterhin Kunden in Empfang nehmen.

 

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Trotz der verschärften Corona-Maßnahmen findet das Abitur weiterhin nach Plan statt. Das teilte die Staatskanzlei am Sonntagabend mit. Dabei seien jedoch Hygienevorschriften zu beachten. Ebenfalls von der Regelung ausgenommen seien Personen, die geschäftlich oder dienstlich notwendigerweise gemeinsam unterwegs seien. Auch Busse und Bahnen dürften weiterhin von mehreren Menschen genutzt werden.

 

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Das Klinikum Darmstadt wird künftig „Koordinierendes Krankenhaus“ im Versorgungsbezirk sechs des Landes Hessen sein und damit die Patientenversorgung während der Covid-19-Pandemie zentral für Südhessen steuern – also neben der Stadt Darmstadt auch für die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße & Odenwald.

 

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Der Krisenstab der Stadt hat zudem die neuen Regelungen zur Notfallkinderbetreuung festgelegt. Zum einen wurde nach Angaben der Stadt der Kreis jener Eltern erweitert, die – weil sie in systemrelevanten Berufen arbeiten – Anspruch auf eine Betreuung ihrer Kinder haben. Zum anderen gilt nun, dass dieser Anspruch auch dann besteht, wenn einer der beiden Elternteile oder Erziehungsberechtigten in einem in der Landesverordnung aufgeführten „systemkritischen Berufe“ (wie etwa medizinisches Personal, Pflegekräfte, Polizisten oder Justizbedienstete) arbeitet. Bislang musste dies bei beiden Elternteilen gegeben sein.

 

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Absperrband flattert am Eingang und weist den Weg um das Gebäude, zum sogenannten »Coronazimmer« der Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret. Ein isolierter Bereich, in dem potenziell mit dem neuen Corona-Virus infizierte Patienten untersucht werden.

Für Sebastian Becker, Leiter der Pneumologie und Corona-Ansprechpartner, hat die Sicherheit des Klinikpersonals oberste Priorität: „Der Personalschutz ist unser oberstes Ziel. Deshalb investieren wir aktuell viel in Schulung und Information. Zutrittskontrollen zum Klinikum und eine Reduktion der Besucherkontakte sollen das Ansteckungsrisiko für unser Personal, aber auch für unsere Patienten minimieren.“

 

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Vielerorts in Hessen haben sich am Sonntag um 18 Uhr Menschen an dem bundesweiten Flashmob »Götterfunken am Fenster« beteiligt. Musiker spielten am Fenster oder vom Balkon Beethovens Schlusschoral „Freude schöner Götterfunken“. Der hessische Musikerverband hatte auf Facebook Text und Noten bereitgestellt. „Als Zeichen der Solidarität in Zeiten von Corona unterstützen wir den Flashmob“, hieß es.

 

 von Hans-Werner Mayer

 

 

 

Update vom 21. März 2020

 

In Darmstadt gibt es, Stand Freitagmittag (20.03.), inzwischen 21 bestätigte Corona-Kranke, teilt die Stadt mit. Zwei Patienten werden intensivmedizinisch betreut. Gestern wurden 36 neue Corona-Fälle im Landkreis gemeldet. Die Zahl erhöht sich damit auf 62 Infizierte. So einen sprunghaften Anstieg hat es im Kreis Darmstadt-Dieburg bisher nicht gegeben. Das Gesundheitsamt für den Kreis Groß-Gerau berichtet von 48 bestätigten Fällen.

 

 

Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose haben in einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag (20.03.) die neuen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Hessen erklärt. Gaststätten, Restaurants und Cafès bleiben ab Samstagmittag 12.00 Uhr geschlossen. Bereits ab 0.00 Uhr am Samstagmorgen wurde die Obergrenze von Versammlungen auf öffentlichen Plätzen auf fünf Personen herabgesetzt. 

 

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Mit diesen aktuellen Entscheidungen der Landesregierung sind der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch und der Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg, Klaus Peter Schellhaas, nicht zufrieden. Sie trügen diese Maßnahmen des Landes mit, hätten sich aber mehr erhofft, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung vom Freitagnachmittag. „Das, was das Land Hessen heute verfügt hat, ist eine Ausgangssperre light“, heißt es in der Mitteilung. „Sollte sich am Wochenende zeigen, dass sich nicht an die Maßnahmen des Landes gehalten wird, werden wir uns nicht scheuen, weitere Maßnahmen für Stadt und Kreis zu ergreifen.“

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Von Schließungen betroffen sind nun auch Bau- und Gartenmärkte, Sonnenstudios, Nagelstudios, Eisdielen, Cafés sowie Gemischtwarenläden ohne Lebensmittelangebot. Dies gab Oberbürgermeister Jochen Partsch am Freitag nach der täglichen Sitzung des Krisenstabs bekannt. „Die Einschränkungen seien notwendig und lebensrettend.“

 

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Oberbürgermeister Jochen Partsch richtete einen Appell an Menschen speziell mit medizinischen oder pflegerischen Kenntnissen – beispielsweise Medizinstudenten –, den Krankenhäusern in Darmstadt ihre Unterstützung anzubieten. „Dort wird jede Hilfe gerne angenommen, die das Klinikpersonal entlastet. Wer dabei mitwirken will, kann sich schon jetzt melden, um in die Arbeitsabläufe der Kliniken eingeführt zu werden“, so Partsch. Eine Mail an die Adresse coronahelfer@darmstadt.de genügt, oder man wendet sich an die Kliniken direkt.

 

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Seit Donnerstag (19.3) fahren Busse und Straßenbahnen der HEAG mobilo bis auf Weiteres nach dem Ferienfahrplan. Damit reagiert das Unternehmen auf das Fehlen vieler Beschäftigter infolge der Corona-Krise. „Angesichts der Schließung von Kitas und Schulen sind viele unserer Fahrerinnen und Fahrer gezwungen, sich um die Betreuung ihrer Kinder zu kümmern, wir werden daher unser Fahrplanangebot einschränken, in dem Wissen, dass auch die Fahrgastzahlen weit unter dem üblichen Maß liegen“, so HEAG mobilo-Geschäftsführer Matthias Kalbfuss.

 

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Die Corona-Krise eröffnet den Menschen auch neuen Raum für kreative Ideen. Tennis-Profi Andrea Petkovic teilt ihre Liebe zur Literatur auf der Online-Plattform Instagram und will das Projekt »Racquet Book Club« Stück für Stück weiterentwickeln. „Ich wollte etwas machen, was die Leute in dieser Krise, wenn sie zuhause bleiben müssen, ablenkt und ihnen vielleicht auch ein bisschen Spaß macht“, sagte Petkovic

 

 von Hans-Werner Mayer

 

 

 

 

 

Update vom 20. März 2020

 

In Darmstadt sind nun 16 Menschen auf das Coronavirus Sars-CoV-2 positiv getestet worden. Zudem gibt es 450 Verdachtsfälle. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg meldet 17 Infizierte und das Gesundheitsamt für den Kreis Groß-Gerau berichtet von 32 bestätigten Fällen.

 

 

Bild 1: Das Pflegefachpersonal des Klinikums Darmstadt unterstützt die Kampagne und bittet jeden, der es kann, zu Hause zu bleiben. Foto: Klinikum Darmstadt

 

Im Klinikum Darmstadt sind Erkrankte in der Regel erst dann richtig aufgehoben, wenn schwerwiegende Symptome auftreten (z.B. Lungenentzündung) und eine derartige Verschlechterung der körperlichen Verfassung gegeben ist, dass eine stationäre Aufnahme notwendig wird. Wie bei einer »normalen Grippe« auch, kann die Erkrankung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 in den meisten Fällen in häuslicher Umgebung auskuriert werden.  (siehe Titelfoto)

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Der Ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung hat das Corona-Testzentrum in die Bessunger Straße 125, Gebäude D, 64295 verlegt. Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 9 bis 13 Uhr. Eine Corona-Virus-Testung ist nur in begründeten, ambulanten Verdachtsfällen möglich: Vorab ist eine telefonische Anmeldung unter der Rufnummer 116 117 notwendig. Auch das Gesundheitsamt Darmstadt steht als Ansprechpartner zur Verfügung – Rufnummer 33090.

 

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Die Stadt Darmstadt kündigte an Unternehmen und Kultureinrichtungen unterstützen zu wollen. Stadtkämmerer André Schellenberg (CDU) betonte „schnell und unbürokratisch handeln“ zu wollen. Die Rede ist von Steuerstundungen, einer Reduzierung von Gebühren für die Außengastronomie sowie einem Hilfefonds für Künstlerinnen und Künstlern.

 

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Zur Versorgung der Bevölkerung gestattet das Regierungspräsidium die Arbeit an Sonn- und Feiertagen. Die Verfügung gilt bis Ende Juni.

 

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Hessens größtes Musikfestival — das Darmstädter Schlossgrabenfest — ist wegen des Coronavirus abgesagt worden. Die Veranstaltung sollte vom 28. bis zum 30. Mai 2020 stattfinden.

 

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Seit gestern finden die schriftlichen Abiturprüfungen in Hessen statt. Das Kultusministerium hatte die Durchführung der Prüfungen beschlossen. „Auch wenn die aktuelle Lage unsere Abiturientinnen und Abiturienten vor große Herausforderungen stellt, wollen wir ihnen nicht die Chance nehmen, an den Prüfungen teilzunehmen“, sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU). 

 

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Einen Überblick über die vielen Gruppen, die sich in der Kürze der Zeit bei Facebook, Whatsapp, Telegram und Co. gegründet haben, bietet unter anderem die Website www.corona-hilfe-darmstadt.de, die seit Montag online ist. Ein ähnliches Angebot liefert auch www.notion.so. Diese Seite stellt eine private Linksammlung mit wichtigen Hotlines und Informationen rund um das Thema Corona zur Verfügung

 

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Den Spargel-Bauern fehlt es aufgrund der Corona-Krise an saisonalen Erntehelfern.

„Das spitzt sich ganz, ganz extrem zu“, sagte der Vorsitzende des Arbeitskreises Spargel Südhessen, Rolf Meinhardt. Viele Saisonarbeitskräfte kommen aus Ost- und Südosteuropa – und können angesichts der strengen Grenzkontrollen nicht nach Deutschland kommen.

 

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Der Corona-Virus kann nicht nur im Körper des Menschen, sondern auch auf anderen Oberflächen überleben.
Das zeigt eine aktuelle Studie aus den USA, auf die auch das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung verweist. Demnach überlebt das Virus auf Kunststoff, Edelstahl oder Metall (zum Beispiel Türklinken) bis zu drei Tage. Auf Papier (zum Beispiel Kassenbons) rund einen Tag. Aber: Diese Zahlen gelten unter optimalen Bedingungen. Tatsächlich sind es meist nur Minuten, höchstens mehrere Stunden. Auch auf der Oberfläche von Handys und Tablets halten sich Viren mehrere Minuten. Säubern Sie das Gerät, wenn Sie unterwegs waren und es häufig angefasst haben: Die Hersteller geben dafür Pflegetipps. In der Regel reichten aber Desinfektionsmittel, Wasser oder Seife.

„Es kommt aber immer auf natürliche Einflussfaktoren wie Luft, Temperatur und die Virenmenge an“, sagt Virologe Jonas Schmidt-Chanasit. Heiße, trockene Luft und direkte Sonneneinstrahlung schaden den Corona-Viren.

 

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Die Berliner Charité hat gemeinsam mit einer Software-Firma einen Onlinefragebogen entwickelt, um mögliche Corona-Verdachtsfälle zu identifizieren. Auf covapp.charite.de können Bürgerinnen und Bürger, die fürchten, sie könnten sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert haben, innerhalb weniger Minuten 26 krankheitsbedingte Fragen beantworten. Am Ende erhalten sie auf Grundlage ihrer Antworten eine Empfehlung, was sie am besten tun sollten. Die Charité weist allerdings darauf hin, dass der Fragebogen keine Behandlung ersetzt: „Wenn Sie sich aktuell schwer krank fühlen, suchen Sie bitte umgehend medizinische Hilfe auf.“

 

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Nach Schließungen und Einschränkungen für Darmstädter Geschäfte, Gastronomie und andere Betriebe haben sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH und der Darmstadt Citymarketing e.V. dazu entschlossen, ein Web-Angebot für Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung zu stellen. Das sogenannte »Digitale Schaufenster« listet alle verfügbaren Online-Shops und Dienste von Geschäften und Gastronomie der Stadt auf. Unternehmen können für eine Aufnahme in das »Digitale Schaufenster« eine E-Mail an presse-marketing@darmstadt.de schicken.

 

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Mit Unterstützung der Wissenschaftsstadt Darmstadt richtet der SV Darmstadt 98 ab sofort eine zentrale Anlaufstelle für Hilfswillige und Hilfesuchende ein, um sie miteinander zu verbinden. Auf einer extra eingerichteten Koordinierungsplattform vermittelt der SV 98 unter dem Motto #soliDA-risch Hilfeleistungen per Telefon-Hotline, auf der Internet-seite www.soli-DA-risch.de oder per Mail.

 

von Hans-Werner Mayer

 

 

 

 Update vom 19.03.2020

 

 

Alle Veranstaltungen, bei denen die Stadt Darmstadt oder die Darmstadt Marketing GmbH oder die städtischen Kulturinstitute als Veranstalter agieren und alle Veranstaltungen im Staatstheater Darmstadt, im Darmstadium, der Centralstation und sämtlichen städtischen Bürgerhäusern, in der Böllenfalltorhalle, in städtischen Räumen und auf städtischen Flächen, bei denen größere Menschenansammlungen zu erwarten sind wurden bis einschließlich 30. April 2020 untersagt.


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Im Corona-Testcenter der Kassenärztlichen Vereinigung im ehemaligen Technischen Rathaus in der Bessunger Straße wurden durch Absperrungen und eine veränderte Beschilderung Maßnahmen zur besseren Leitung und Steuerung der Besucherströme ergriffen. Damit verbunden ist der Aufruf, das Testcenter nur nach telefonischer Rücksprache mit dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 aufzusuchen.


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In Darmstadt sind seit dem 16. März sämtliche städtischen Verwaltungsgebäude für den Publikumsverkehr geschlossen. In dringenden Fällen, etwa bei Terminangelegenheiten, sei noch eine telefonische, aber keine Online-Terminvereinbarung mehr möglich.


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An Bestattungen dürfen bis auf Weiteres nur noch höchstens 30 Personen teilnehmen. Für Trauungen liegt die Grenze bei vier Personen, neben dem Brautpaar also nur zwei Trauzeugen.


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Wegen der Knappheit von Blutkonserven wurden sämtliche städtischen Turn- und Sporthallen sowie die Bürgerhäuser ab sofort für Blutspendetermine zur Verfügung gestellt. Dazu gehören unter anderem der Ernst-Ludwig-Saal in Eberstadt, das Bürgermeister-Pohl-Haus im Stadtteil Wixhausen und das innerstädtische Justus-Liebig-Haus.


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Die Kreisverwaltung des Landkreises Darmstadt-Dieburg hat am Dienstagabend beschossen, die Kreishäuser in Darmstadt und Dieburg sowie alle Außenstellen (Jugendamt, Da-Di-Werk, Kompostierungsanlagen, Wertstoffhöfe) seit gestern, 18. März für den Publikumsverkehr zu schließen.


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Der Spielbetrieb des Staatstheaters Darmstadt ist bis einschließlich Sonntag, 19. April 2020, unterbrochen. „Die tägliche Dosis“ Theaterleben sollen nun Videos liefern. Die Reihe beginnt am Donnerstag, 19. März, um 19.30 Uhr. Am Wochenende werden Einblicke in Theaterformate und geplante Produktionen gezeigt. Der Link zur „Täglichen Dosis“ ist auf der Homepage des Staatstheaters zu finden.


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Die Darmstädter SPD bietet seit Montag ein kostenloses Hilfsangebot für Menschen an, die sich wegen Corona in Quarantäne befinden. Ehrenamtliche übernehmen nun Gänge zum Supermarkt oder zur Apotheke und bringen die Waren an die Haustür.


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Abgesagt sind oder werden: das Darmstädter Tourismusforum (20.03.2020), der Datterichs Wochenmarkt (4.4.2020), Darmstadt Mobil (04./05.04.2020), die Öffnung des temporären Besucherzentrums Konsum (04./05.04.2020), die Baumesse auf dem Messplatz (03.-05.04.2020), der Flohmarkt vor dem darmstadtium (24./25.04.2020) und die Frühjahrsmess (30.04. – 10.05.2020)


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Oberbürgermeister Jochen Partsch appelliert an die Bürgerinnen und Bürger: »Nehmen Sie Rücksicht und achten Sie auf Ihre Mitmenschen! Dies gilt auch für alle Menschen, die nun Rettungsdienste vor Ort aufsuchen. Informieren Sie sich vorab und gehen Sie nicht einfach in die Einsatzzentralen.«.

von Hans-Werner Mayer