Großflächiger Glasfaserausbau

Vom lokalen "POP" (Point of Presence) wird jede Wohnung und jedes Büro mit gesonderten Glasfasern versorgt. Die farbige Ummantelung erleichtert die Orientierung bei der Verlegung. Foto: Deutsche Glasfaser

Großes Buddeln für schnelleres Internet

Der Ökoenergie- und Telekommunikationsversorger ENTEGA wird die Wissenschafts- und Digitalstadt Darmstadt in weiten Teilen an sein modernes Glasfasernetz anschließen. Ob auf dem Land oder in der Stadt – überall in Hessen trommeln Politik und Unternehmen für Glasfaseranschlüsse. Die Chance sollten Hausbesitzer ergreifen, auch wenn sie den Anschluss vielleicht erst später nutzen.

16 Gewerbemischgebiete und elf Privatschulen werden innerhalb der nächsten zwei Jahre an das Glasfasernetz der ENTEGA angeschlossen. Rund 13.000 Darmstädter Wohnungen der bauverein AG sollen darüber hinaus bis Mitte 2024 mit der schnellen Zukunftstechnologie versorgt werden. Im Zuge der Streckenführung wird ENTEGA allen Gebäuden auf dem Weg zu den bauverein-Liegenschaften ebenfalls einen Glasfaseranschluss ermöglichen. Im Anschluss erfolgt dann die Erschließung von weiteren bisher noch nicht mit Glasfaser versorgten Haushalten innerhalb Darmstadts.
„Unser Ehrgeiz ist es, Darmstadt zu einem der ersten Oberzentren in Deutschland zu machen, in dem es sowohl in Privathaushalten als auch bei Industrie und Gewerbe sowie öffentlichen Einrichtungen superschnelles Internet durch Glasfaser gibt. Dafür stellen wir in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen in unser Netz bereit“, sagte die ENTEGA-Vorstandsvorsitzende Dr. Marie-Luise Wolff.

Die Menge an Daten, die durchs Netz müssen, wächst täglich. Immer mehr Geräte, Dienste und Anwendungen greifen auf das Internet zu und erzeugen in der Summe weltweit gigantische Datenströme. Damit es nicht zum Informationsstau kommt, müssen die Leiter zu Privathaushalten und Unternehmen gebracht werden – und somit unter die Erde. Das wird auch in unserer Region so sein. Eine Glasfaser ist eine aus Glas gefertigte 2,8 Millimeter lange dünne Faser, die für die Transformation ins digitale Zeitalter als wichtigste Hardware gilt. Zur Herstellung werden aus einer Glasschmelze lange, dünne spaghettiähnliche Fäden gezogen, die Daten via optischem Signal transportieren. Auf diese Weise sind schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten möglich. Außerdem ist diese Art der Datenübertragung unempfindlicher gegenüber elektrischen und magnetischen Störeinflüssen. Zudem tritt selbst über längere Strecken kein Geschwindigkeits- und Qualitätsverlust ein.

„Darmstadt ist bekanntlich nicht nur Wissenschaftsstadt, sondern auch Digitalstadt. Die Versorgung mit Highspeed-Glasfaser unterstreicht dies eindrucksvoll. Der großflächige Ausbau ist ein hervorragender Schulterschluss der Stadtwirtschaft und wird dazu beitragen, dass Darmstadt beim Vergleich mit anderen deutschen Großstädten weiter in der Spitzenklasse spielt“.

Der Haushaltsanschluss wird bei Vertragsabschluss kostenlos zur Verfügung gestellt. Damit würde der Bauverein von einer Möglichkeit absehen, die das Telekommunikations-Modernisierungsgesetz (TKMoG) vorsieht: Bis Juni 2024 sind Entgelte für die Bereitstellung von Glasfaser umlagefähig – bis zu 60 Euro im Jahr.
Während absehbar ist, dass die Wirtschaft besonders hinter der Glasfaser her ist, bleibt abzuwarten, wie die Bürger das Glasfaserangebot nutzen werden. Während die Breitbandverfügbarkeit grundsätzlich da ist, buchte im Jahr 2020 laut Analyse des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko) erst jeder dritte Kunde Bitraten von 100 und mehr. Anscheinend sind viele noch mit dem Kupfer zufrieden.

Ausbau auch in den Landkreisen

Ende des vergangenen Jahres hatte ENTEGA den Zuschlag zum Glaserfaserausbau im Landkreis Darmstadt-Dieburg erhalten. Im Zuge des Ausbaus werden zusätzlich zu den „Weißen Flecken“ auch weitere Adressen entlang der Tiefbautrassen mit der modernen Glasfaserinfrastruktur versorgt. Bis Ende 2022 soll der Glasfaserausbau dort abgeschlossen sein. Unter entega.de/glasfaser-darmstadt können sich ab sofort Interessierte über den aktuellen Stand informieren.

Text Hans-Werner Mayer