GEMEINSAME KOORDINATION FÜR DEN PLANETENSCHUTZ

Foto: ESA-Press. Quelle: "obs/Mark Fittock OHB"

ESA wird gemeinsam mit Partnern Asteroiden aufspüren

Schon ein kleiner Asteroid könnte schwere Schäden in bewohnten Gebieten verursachen. Aus diesem Grund ergreift die ESA gemeinsam mit internationalen Partnern Maßnahmen, um Asteroiden aufzuspüren, Technologien zu entwickeln, die sie in Zukunft ablenken könnten und arbeiten auf internationaler Ebene zusammen, um Maßnahmen zur Risikominderung zu unterstützen.

Die Minister der 22 Mitgliedsstaaten gaben jetzt grünes Licht für die europäische Raumsonde »Hera«. Insgesamt bewilligten sie der Weltraumorganisation für ihre verschiedenen Programme zur Asteroiden-Abwehr ein Budget von 14,4 Milliarden Euro für die kommenden Jahre.

»Hera« ist Teil dieses Konzepts zur Asteroidenabwehr, das gemeinsam mit der US-Raumfahrtbehörde Nasa realisiert werden soll. Als Testobjekt dient der erdnahe Doppel-Asteroid Didymos. Er verfügt über einen Durchmesser von etwa 800 Metern und wird in einem Abstand von 1,1 Kilometern von einem kleinen Mond umkreist. Dieser »Didymoon« hat einen Durchmesser von etwa 170 Metern und wäre damit bereits in der Lage, eine Stadt auf der Erde zu zerstören. Der Plan sieht vor, dass die Nasa 2021 eine Raumsonde namens »Dart« zu dem Doppel-Asteroiden schickt. Dort soll die Sonde 2022 ankommen und im Oktober auf dem Mond Didymoon einschlagen.

Anschließend kommt »Hera« ins Spiel: Die Sonde soll 2024 aufbrechen und im Dezember 2026 die beiden Asteroiden erreichen. »Hera« soll unter anderem den Krater untersuchen, der bei dem Aufprall der »Dart«-Sonde auf dem kleinen Himmelskörper entstanden sein wird. Aber auch Details von »Didymos« und »Didymoon« soll »Hera« unter die Lupe nehmen – und natürlich interessiert die Forscher vor allem auch, ob es gelungen ist, den Asteroiden etwas abzulenken. Aktuell sind 901 „erdnahe Objekte“ (NEOs) bekannt, die einen Durchmesser von mindestens einem Kilometer haben, ohne Größenbeschränkung handelt es sich um 21.538 Objekte, darunter der Asteroid »Apophis«, bei dem es kurzzeitig als wahrscheinlich galt, dass er 2029 die Erde trifft. „Neue NEOs werden jetzt mit einer Rate von ungefähr vier pro Tag entdeckt“, erklärt Patrick Michel, der an der Mission mitwirkt. „Wir brauchen eine koordinierte internationale Strategie zur Minderung des Aufpralls erdnaher Objekte.“ Die »Hera« Mission lässt sich die Bundesrepublik 60 Millionen Euro kosten.