DARMSTADT HAT JETZT HEINER-AMPELN

Helmut Lortz (1920 – 2007), Grafiker und Zeichner, Darmstadt am 14. März 2003 FOTO: Christoph Rau

Eine Hommage an Helmut Lortz

Im Übergang zwischen dem Hessischen Landesmuseum und dem Friedensplatz fordert nun der Heinerbub mit der Ballonmütze die Fußgänger zum Stehenbleiben auf, während das bezopfte Heinermädel in Grün fröhlich über die Straße hüpft.

Der Heimatverein Darmstädter Heiner e.V. hat es gemeinsam mit den zuständigen Behörden der Wissenschaftsstadt Darmstadt geschafft: Endlich hat nun auch Darmstadt seine eigenen Ampelfiguren. FOTO: Heimatverein Darmstädter Heiner e.V

Die neu gestalteten Ampeln erinnern damit an ihren Schöpfer, den Grafiker und Zeichner Helmut Lortz, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Der renommierte Professor experimenteller Grafik an der Hochschule der Künste in Berlin wurde mit Beginn der 1990er Jahre künstlerischer Gestalter des Heinerfests und entwarf in dieser Funktion die beiden Heinerfest-Maskottchen. Zunächst entwarf Lortz mit wenigen Strichen einen Heiner mit Batschkapp und Herz, zwei Jahre später stellt er ihm eine Frau zur Seite, und schließlich wurde daraus eine ganze Heinerfestfamilie. Stolz halten sie das Herz mit der Aufschrift „Kommt alle!“ in die Höhe. Die Heiner-Eltern verschwanden im Laufe der Jahre wieder in der Schublade ihres Erfinders. Der kleine Heiner und die Heinerin machen auf Plakaten seit vielen Jahren Lust auf das Darmstädter Heinerfest. Nun sind sie erstmals an den Ampeln am Karolinenplatz zu bewundern und zaubern den Fußgängern ein Lächeln ins Gesicht. Während der kleine Heinerbub mit Ballonmütze in Rot die Fußgänger zum Stehen auffordert, flitzt seine kleine lustig
bezopfte Schwester in Grün über die Straße. An Helmut Lortz komme an dieser zentralen Stelle in der Stadt „nun niemand mehr vorbei“, äußerte Oberbürgermeister Jochen Partsch bei der Vorstellung und Enthüllung der beiden Ampeln. Er sagte: „Helmut Lortz zählte zu den wichtigsten Personen von Darmstadt, die unmittelbar nach der Nazidiktatur die zerstörte Stadt als weltoffenen und progressiven Kulturort neu aufgebaut haben“. „Dass wir hier nun einen der beiden vorhandenen Fußgängersignalgeber mit den von ihm entworfenen Heinerfestfiguren versehen können, ist eine gelungene Sache“. 

 TEXT Hans-Werner Mayer