Bewerbung in Zeiten von Corona

Die „Dos & Don’ts“ der Bewerbungsge- spräche: Analoge und Digitale Edition

Viele Wege führen zum Ziel und linear müssen sie auch nicht immer sein. Das weiß auch Petra Lehmann, Karrierecoach in der Rhein-Neckar-Region, die seit fast zwanzig Jahren Unternehmen und individuellen Bewerber*innen mit Rat und Tat zur Seite steht. 

Petra Lehmann Coaching; Berufsein- und -aufstieg, Orientierung und Umorientierung; Selbstmarketing im Bewerbungsverfahren Mehr Infos unter: www.effective-perspektiven.de

Aber angefangen hat sie wo ganz anders: Im Chemiestudium nämlich. Nach dem Studium ging es dann erstmal in ein Unternehmen, um in der Wirtschaft Fuß zu fassen. Nach vielen Abstechern und Abzweigungen – Projektmanagement im Bereich Forschung und Entwicklung, administrative Leitung, Vertrieb, und Führung eines Modebetriebs – zieht es Petra Lehmann dann irgendwann zur Selbstständigkeit im Bereich Beratung und Coaching. 2002 gründete sie „Effective Training & Coaching“ und stellt ihre gebündelte soziale Kompetenz, ihr Charisma und ihre Lebenserfahrung sowie zahlreiche Weiterbildungen unter Beweis. Neben der Selbstständigkeit ist Petra Lehmann gleichzeitig auch Beraterin für den Career Service der Universität Heidelberg, 2012 erstmals als Elternzeitvertretung und dann kurze Zeit später unbefristet unter Vertrag angestellt. 2019 folgte dann noch der Lehrauftrag an der SRH Hochschule in Heidelberg.
Es steht außer Frage, dass hier eine Expertin vor mir, oder besser gesagt, am anderen Ende der Telefonleitung, sitzt. Deshalb habe ich direkt mal nachgehakt, was denn die schlimmsten Fehler sind, die es bei Bewerbungsgesprächen, egal ob für Praktikum, Auslandsjahr, oder Berufseinstieg, zu vermeiden gilt.

 

Petra Lehmann
Coaching; Berufsein- und -aufstieg, Orientierung und Umorientierung; Selbstmarketing im Bewerbungsverfahren

Kleider machen Leute
Beim Äußeren zählt vor allem, dass es gepflegt sein muss. Egal ob ich seit einem Jahr nicht mehr beim Friseur war, da sitzen wir ja sowieso alle im selben Boot, die Haare sollten frisch gewaschen und ordentlich gestylt sein. Die Kleidung, die ich zum Bewerbungsgespräch anziehe, kann ich auch auf die Firma, bei der ich mich vorstelle, abstimmen. Ich kann zum Beispiel einfach die Internetpräsenz des Unternehmens googeln und die Bilder auf der Webseite als Referenz nehmen. Das Outfit darf natürlich auch eine persönliche Note haben, sollte aber auch etwas dezent sein, schließlich soll mein Gegenüber sich ja vornehmlich für mich interessieren und nicht für mein #ootd (outfit of the day).

PRO TIPP bei langen Haaren:
Bei Chaos auf dem Kopf einfach schnell die Haare zusammenbinden.

Umgangsförmchen und erster Eindruck
Wie eigentlich in fast allen sozialen Interaktionen gilt „das Lächeln ist das beste Accessoire“. In Bewerbungsgesprächen ist der erste Eindruck besonders wichtig, denn ich habe ja oft nur eine Chance, um Eindruck zu hinterlassen. Die Devise hier: selbstbewusst, nicht forsch, freundlich, nicht hölzern, höflich und gleichzeitig authentisch sein. Inhaltlich ausschlaggebend ist eine gute Vorbereitung: Ich muss sowohl das Unternehmen, die Stelle, als auch meinen eigenen Lebenslauf im Kopf haben und aufmerksam zuhören. Wenn es dann am Ende die Möglichkeit gibt Fragen zu stellen, kann ich auch nochmal Themen aufgreifen, die im Bewerbungsgespräch angeschnitten wurden.

PRO TIPP für Unsichere:
Im Internet recherchieren, was die gängigsten Interviewfragen in Bewerbungsverfahren sind und schriftliche Antworten verfassen. Die Antworten dann einmal laut aussprechen, um ein Gefühl für die eigenen Worte zu bekommen. Es lohnt sich auch die eigenen Antworten auf die Stellenanzeige und die Jobanforderungen maßzuschneidern: Was von dem, was ich mitbringe, ist für diese Stelle relevant?

Onlinebewerbungsgespräch: die zusätzlichen Tücken
Unbedingt vorher die Technik überprüfen: Gehen mein Mikro und meine Webcam einwandfrei? Vielleicht kann ich einen Testlauf mit Freunden machen. Wenn ich im Vorhinein weiß, welche Plattform für das Bewerbungsgespräch genutzt wird – Zoom, Skype, Google Hangouts und Co. – kann ich mich schonmal mit den Eigenheiten dieser Programme vertraut machen.

Bei manchen Videokonferenztools gibt es die Möglichkeit ein Bild als Hintergrund auszuwählen. Wenn ich will, kann ich diese Option nutzen, um nicht mein privates Zimmer zu zeigen. Hier, genauso wie bei der Kleidung, ist Dezenz angesagt. Auch wenn ein lila Drache im Sonnenuntergang echt cool aussieht, würde so ein Hintergrund vermutlich eher ablenken als amüsieren. Falls ich doch mein eigenes Zimmer als Hintergrund habe, kann ich versuchen den Bildausschnitt gezielt zu kontrollieren. Den Laptop einfach auf Bücher stapeln, damit nur die Zimmerwand und nicht das Bett darunter zu sehen ist. Am besten auch einmal überprüfen, ob irgendwelche unseriösen Poster im Bildausschnitt zu sehen sind, oder ob der Klamottenstapel in der Ecke vielleicht noch fünfzehn Zentimeter nach links verschoben werden müsste.

PRO TIPP:
Niemand hindert Einen daran beim Onlinebewerbungsgespräch eine Jogginghose unterhalb des Laptopbildschirms zu tragen. Dann sollte man aber unbedingt, wirklich unbedingt, daran denken, nicht mittendrin aufzustehen, um das Fenster zu schließen.