Besucherzentrum im ESOC geplant

Raumfahrtkontrollzentrum ESOC will ein Besucherzentrum. FOTO: ESA

Land Hessen unterstützt Machbarkeitsstudie

Im Darmstädter Satellitenkontrollzentrum ESOC soll möglicherweise bald ein Besucherzentrum Raumfahrtfans anlocken. Eine Machbarkeitsstudie solle prüfen, wie ein solches Zentrum entstehen und betrieben werden könnte. Die Staatskanzlei beteiligt sich mit 150.000 Euro an der Finanzierung der Studie, die rund 200.000 Euro kosten soll.

Die Studie soll noch in diesem Jahr erstellt werden. Das haben der Chef der Hessischen Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer und ESOC-Direktor Dr. Rolf Densing in Darmstadt vertraglich vereinbart.

Darmstadt ist stolz auf seinen Namenszusatz Wissenschaftsstadt. Das Kontrollzentrum der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) gilt als Europas Tor zum Weltraum und ist seit 1967 für den Betrieb der europäischen Satelliten und die zugehörigen Bodenstationen zuständig. Mehr als 90.000 Besucher führen die Mitarbeiter jedes Jahr durch die Kontrollräume, „und wir haben viel mehr Anfragen, die wir leider oft ablehnen müssen“, sagt ESOC Leiter Dr. Rolf Densing. Das Wissen und das Verständnis von Zukunftstechnologien will das ESOC gerne mit noch mehr Menschen teilen – idealerweise in einem eigenen Besucherzentrum.

„Darmstadt ist unser Tor zum Weltraum und wir als Hessische Landesregierung haben großes Interesse daran, dass dieses Tor weit offensteht“, sagte Staatsminister Wintermeyer. ESOC-Direktor Dr. Rolf Den- sing hob die Bedeutung dieser Initialzündung hervor: „Wir sind sehr froh, auf diese Weise wichtige Planungsgrundlagen für ein Konferenz- und Besucherzentrum ermitteln zu können. Die Machbarkeitsstudie wird uns aktuelle Daten zu möglichen Investitionskosten, Auslastung und Marktsituation liefern. Das vom ESOC schon seit vielen Jahren angedachte Zentrum kann in Zukunft einen wichtigen Beitrag leisten, weil es die Raumfahrt und raumfahrtbezogene Themen für einen noch größeren Besucherkreis hautnah erleb- und erfahrbar macht.“

Das ESOC nimmt umfangreiche Aufgaben für die von vielen europäischen und weiteren nichteuropäischen Staaten getragene Europäische Raumfahrtagentur ESA wahr. Dazu gehören die satellitengestützte Erd- und Umweltbeobachtung, die Weltraumwissenschaft und -sicherheit sowie die Überwachung von Weltraummüll. „Das ESOC ist zugleich ein zentraler Baustein des Raumfahrtstandortes Hessen und prägt dessen internationales Renommee wesentlich. Wir haben mit dem ESOC ein Alleinstellungsmerkmal in Europa und es ist unser Bestreben, dies weiter auszubauen“, betonte Wintermeyer.

Die ehrgeizigen Ziele des Landes, den Raumfahrtstandort Hessen im internationalen Wettbewerb gezielt weiterzuentwickeln, unterstützt auch Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner. Der frühere Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA und ehemalige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt hatte als ESA-Chef wesentliche Impulse für das geplante Konferenz- und Besucherzentrum gesetzt. Aus Sicht Wörners ist das Vorhaben ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Raumfahrtstandortes Hessen.

TEXT Hans-Werner Mayer