Acht Fragen an Peter Lehr

Peter Lehr Geschäftsführender Vorstand Marketing-Club Südhessen e.V. Im echten Leben: Direktor Privatkunden bei der Sparkasse Darmstadt Meine Club Themen: Als Geschäftsführender Vorstand für die Organisation des Clubs, die Geschäftsstelle und die Gremiensitzungen verantwortlich. Als DMV-Botschafter in engem Kontakt mit unserem Dachverband. info@mc-suedhessen.de https://www.marketingclub-suedhessen.de

15 Jahre Marketing-Club Südhessen e.V.

Ein Interview mit Peter Lehr Geschäftsführender Vorstand für die Organisation des Clubs, mit Blick auf die südhessische Unternehmenskultur.

Herr Lehr: Der Marketing Club Südhessen e.V. wurde vor 15 Jahre im Mai 2007 gegründet und ist seit damals stetig gewachsen. Wieviel Marketingprofis sind derzeit in Ihrem Club aktiv?

Aktuell sind rund 100 Marketing-Experten Mitglied unseres Clubs. Auch in den beiden Corona-Jahren 2020/2021 haben uns die Mitglieder die Treue gehalten. Die Mitglieder-Struktur ist dabei erfrischend breit aufgestellt. Vom angehenden Master, über Geschäftsführer, Rechtsanwälte bis zu Führungskräften aus DAX-Konzernen wie Merck ist bei uns jeder Geschäftsbereich zu finden.

Vor 15 Jahren war »Social Media« noch weitgehend unbekannt. Wie hat die digitale Welt die Strukturen im Marketing verändert?

Die Gesellschaft und damit auch die Wirtschaft hat sich in diesen 15 Jahren massiv in puncto Digitalisierung weiterentwickelt und auch verändert. Mit dem vielfältigen Angebot an Kommunikations- und Werbekanälen haben sich die Möglichkeiten des Zielgruppen-Marketings und der Generierung von Touchpoints deutlich erhöht, aber gleichzeitig ist es damit auch wesentlich anspruchsvoller geworden die Marketing- und Werbebudgets passgenau einzusetzen.

Neudeutsch nennt man es »Networking«. Wie pflegen Sie den informellen, geselligen Austausch?

In der Tat setzen an dieser Stelle unsere Mitglieder bei aller Digitalisierung auf die analoge Welt. Eine kürzlich von uns gestartete Mitgliederbefragung hat genau das gezeigt. Virtuelle Konferenzen dort, wo es stärker um die Vermittlung von Fachwissen und neuen Technologien (Beispiel künstliche Intelligenz im Bereich SmartData) geht, aber ganz klar Präferenz auf dem persönlichen Treffen, wenn es um den Austausch zwischen den Experten geht. Für dieses Networking konzipieren wir exklusive Treffen wie erst kürzlich im Hessischen Landesmuseum zur Ausstellung „American Heiner“.

Sie kümmern sich auch um die »Young Professionals« Wie fördern Sie die Weiterentwicklung vom Marketing Nachwuchs?

Aktuell haben wir im Rahmen unserer Kooperationsstrategie eine Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt, Fachbereich Betriebswirtschaft und Marketing initiiert. Im Zuge dieser Kooperation haben Studenten die Möglichkeit kostenfrei an unseren Veranstaltungen teilzunehmen. Darüber hinaus haben wir in unserem Vorstand hierzu ein eigenes Ressort.

Sie haben eine Kooperation mit dem HUB31 geschlossen. Was erwarten Sie von der Zusammenarbeit mit dem Gründerzentrum?

Auch diese Kooperation hat den Zweck uns gerade in der Welt der Startups zu positionieren. In Gesprächen mit der Geschäftsführung des Gründerzentrums wurde uns bestätigt, dass wir mit dieser Kooperation den Gründern gerade in den Bereichen Marketing&Sales wichtige Impulse bieten können. Dies ist erforderlich, da die Gründer oft eher einen technischen Background haben. Wir hatten jetzt eine erste Veranstaltung angelehnt an das Format „Die Höhle der Löwen“. Die Diskussionen zwischen Gründern und erfahrenen Geschäftsführern war aus meiner Wahrnehmung sehr bereichernd für alle Beteiligten. Fortsetzung folgt!

Welche Ziele und Aufgaben stehen mittel- und kurzfristig auf Ihrer Agenda als Geschäftsführender Vorstand?

Die Kooperationsstrategie konsequent weiterverfolgen. Wir sehen uns hier neudeutsch als „HUB“ für das Kompetenzfeld Marketing&Sales. Gleichzeitig ist die Gewinnung junger Mitglieder erklärtes Ziel, denn auch hier kann man sagen: „Die Mischung macht’s“. Weiterhin haben wir aus Zeiten der Pandemie gelernt, digitale Meetings und analoge Network-Abende können sich sehr gut ergänzen. Auch müssen wir das attraktive Angebot unseres Zentral-Verbandes (Deutscher Marketing-Verband) mit 66 Marketing-Clubs noch bekannter machen. Viele unserer Mitglieder wissen beispielsweise nicht, dass sie auch als Mitglied in Darmstadt an Veranstaltungen in Berlin, München oder Hamburg kostenfrei teilnehmen können. Dies ist aber in unseren Satzungen so festgehalten, da wir ein Berufsverband sind.

Als Direktor für Privatkunden bei der Sparkasse Darmstadt sind Sie auch in Darmstadt verwurzelt. Verraten Sie uns ihren Lieblingsplatz in der Stadt?

Also mein Büro ist direkt mit Blick auf den Langen Ludwig am Luisenplatz. Als geborener Heiner ist das ja mal schon ein guter Platz im Herzen von Darmstadt. Privat ist mein Lieblingsplatz die Parkbank unter dem Walnussbaum auf der Rosenhöhe.

Was würden Sie in unserer Region zuerst ändern, wenn Geld und Zeit keine Rollen spielen würden?

Im Sinne der Mobilität würde ich gerne die Landkreisstädte Weiterstadt, Roßdorf, Mühltal und Ober-Ramstadt besser an den ÖPNV (Straßenbahn) anbinden. Man sieht, wie gut das mit Griesheim läuft. Als Marketing-Mensch würde ich gerne noch stärker in unsere Veranstaltungen investieren, um die Innenstadt noch lebendiger und vielfältiger zu machen. Und dann noch den Westwald so aufforsten, dass er seinem Namen wieder gerecht wird.

Text Hans-Werner Mayer