KLARE FORMEN – SCHLICHTES DESIGN

ZEITLOSE ÄSTHETIKTEIL

Teil 3: Leuchten und Lampen

Licht ist viel mehr als nur Beleuchtung. Es schafft Stimmungen und beeinflusst entscheidend die Atmosphäre eines Raums. Mit raffiniert gesetzten Lichtquellen werden Akzente gesetzt, Aspekte und Objekte betont und Eindrücke beeinflusst. Dabei ist die Wahl des Leuchtmittels entscheidend, sorgt es doch für Intensität, Farbe und Wärme des Lichts. Die Leuchte selbst erfüllt die dekorative Funktion. Und erst wenn sie auch abgeschaltet als Einrichtungsobjekt besteht, hat sie die erste Hürde genommen, zu einem Klassiker zu avancieren. Wir haben sechs Modelle ausgesucht, die mit ihrer zeitlosen Formensprache und Ästhetik diesen Status längst erlangt haben.

In einer kleinen Serie stellen wir Ihnen im »M» Magazin einige dieser Einrichtungsklassiker vor. Nachdem wir in den letzten Ausgaben unser Augenmerk auf Sitzmöbel und Tische gerichtet hatten, widmen wir uns in diesem Beitrag den Leuchten.

TEXT Hans-Werner Mayer

SPIDER 291 VON OLUCE Lediglich ein Metallreflektor, eine Lampe und ein verchromter Ständer – mehr benötigt die Spider-Tischleuchte nicht. Die Leuchte wurde schon 1966 vom italienischen Designer Joe Colombo entworfen. Damals wie heute eine schöne Lösung: Das Kabel wird durch den Leuchtenständer nach unten geleitet – so wirkt ihre Form stets aufgeräumt.

Tischleuchte Caravaggio von Fritz Hansen Die 2008 von Cecilie Manz entworfene Tischlampe Caravaggio in matter, hellgrauer Lackierung ist eine gelungene Ergänzung zu den Caravaggio-Pendelleuchten von Fritz Hansen. Der Lampenschirm verbirgt ein flexibles Rohr, mit dem sich Schirm und damit Lichtkegel um bis zu 40 Grad schwenken lassen. Diese Funktion macht die Lampen zu einer vielseitig einsetzbaren Lichtquelle. Der angewinkelte Schirm erzeugt zugleich eine spannende, asymmetrische Optik. Die Ausrichtung erfolgt am Ständerende ganz oben an der Lampe, das auch das klare Erscheinungsbild der Lampe effektvoll abrundet.

WAGENFELD WA 24 VON TECNOLUMEN Wilhelm Wagenfeld war erst 24 Jahre alt, als er als Geselle in der Bauhaus Werkstatt das erste Modell dieser Leuchte entwarf. Wie Wagenfeld sagte, sollten die Bauhaus-Entwürfe Industrieprodukte sein und auch so aussehen. Tatsächlich waren sie aber handgefertigt. Und genau so wird die Wagenfeld Tischleuchte WA 24 jetzt nach Originalangaben in den Maßen und dem Material von Tecnolumen in vier verschiedene Versionen gefertigt. Alle Leuchten sind fortlaufend unter dem Boden nummeriert und tragen die Bauhaus- und Tecnolumen®-Zeichen.

PH VON LOUIS POULSEN Gerichtets Licht nach unten und sanfter Lichtschein zur Seite: Dank ihres Dreischirmsystems spendet die schon 1958 von Poul Henningsen kreierte PH5-Hängeleuchte stets blendfreies Licht. Um sich aktuellen Einrichtungstrends anzupassen, wird die Leuchte immer wieder in neuen Farbvarianten aufgelegt. Aktuell ist sie zum Beispiel auch in zarten Pastelltönen und mit Abstandhaltern in Kupfer erhältlich

CABOCHE VON FOSCARINI Im Jahre 1983, zwei Jahre nach der Gründung der inzwischen legendären Designschmiede, präsentierte Foscarini seine Pendelleuchte Caboche. Die glatt geschliffenen Kugeln erinnern an Schmucksteine, sogenannte Cabochons (französisch: für ungeschliffene Edelsteine), nach denen die Leuchte auch benannt wurde. Allerdings wird der aus zahllosen aneinandergereihten Kugeln entstandene Schirm gar nicht aus Glas, sondern aus transparentem goldglänzendem Polymethylmethacrylat gefertigt. Trotz ihrer formalen Schlichtheit zaubern die Pendel-, Stand- und Tischleuchten der Serie elegante Opulenz in jedes Zimmer der Wohnung. Eingeschaltet erhöhen schillernde Lichtreflexe ihre raumgreifende Wirkung noch.

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