IM LABYRINTH DER MODERNE

BILD 1: Vega 200, 1968 Acryl auf Leinwand, Courtesy Galerie Templon, Paris/ Brüssel © VG Bild-Kunst Bonn 2018 BILD

Victor Vasarely Sonderausstellung im Städel Museum

Seit dem 26. September 2018 zeigt das Städel Museum bis zum 13. Januar 2019 die groß angelegte Sonderausstellung »Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne«. Anhand von über 100 Werken präsentiert die Retrospektive den Erfinder der Op-Art der 1960iger-Jahre.

Victor Vasarely bediente sich unterschiedlichster Stile und Einflüsse. Die Entwicklung des Jahrhundertkünstlers wird mit zentralen Arbeiten aller Werkphasen nachgezeichnet. Der oftmals auf seine Op-Art reduzierte Künstler verbindet die Kunst der frühen Moderne Ost- und Mitteleuropas mit den Avantgarden der Swinging Sixties in Europa und Amerika. Er bediente sich Zeit seines Lebens klassischer Medien und Genres und integrierte in den 1950iger-Jahren das Multiple, die Massenproduktion und die Architektur in sein weitverzweigtes Werk. Die umfassende Retrospektive Victor Vasarelys (1906–1997) versteht sich als Wiederentdeckung einer zentralen Künstlerfigur des 20. Jahrhunderts, welche die Moderne wie keine andere in all ihrer Komplexität widerspiegelt. 

„Mit der Ausstellung widmet sich das Städel Museum nicht nur einem der vielleicht bekanntesten Unbekannten der europäischen Nachkriegskunst, sondern einmal mehr einer der zentralen Fragen der Gegenwartskunst, nämlich der nach der Kontinuität von Erster und Zweiter Moderne – und ihrer Bedeutung für die Kunst unserer Gegenwart“, so Städel Direktor Philipp Demandt. „Die Räume, die er entwirft, sind dynamisch einladend, labyrinthisch und problematisch zugleich. Nur wenn wir in seinen raumgreifenden Op-Art-Kompositionen auch ihre atemberaubenden formalen wie inhaltlichen Abgründe erkennen, wird seine Kunst zum faszinierenden Zeugnis jenes Jahrhundertprojekts, das wir Moderne nennen“, ergänzt Martin Engler, Kurator der Ausstellung und Sammlungsleiter Gegenwartskunst im Städel Museum. Mit wichtigen Leihgaben etwa aus dem Centre Pompidou in Paris, der Tate Modern in London, dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York oder der Michele Vasarely Foundation konnte die Ausstellung dank der Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder realisiert werden. Hinzu kommt die langjährige Förderung der Deutschen Bank als Partner des Städel Museums, welche die Sammlungsarbeit der Abteilung Gegenwart ermöglicht. Seine künstlerischen Wurzeln liegen in der Auseinandersetzung mit der frühen Moderne. Beeinflusst wurde er durch die Theorien des Bauhauses und des Suprematismus. Später sind es seine technoiden und psychedelisch bunten Arbeiten, die durch optische Effekte in den Raum drängen und auf die Täuschung der Wahrnehmung abzielen. Diese Werke stehen stellvertretend für eine zukunftsgläubige Gesellschaft im Aufbruch. Sie prägen das Erscheinungsbild der Moderne der 1960er- und 1970er-Jahre und sind ebenso Teil der künstlerischen Avantgarde wie der Populärkultur.

BILD 2: Autoportrait, 1944 Öl auf Leinwand, Galerie Philippe David, Zürich © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 FOTO: Galerie Philippe David, Zürich
BILD 3: Zèbres, 19321942 , Öl auf Leinwand, Collection Har © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
BILD 4: Die Ausstellung präsentiert auch den für die Deutsche Bundesbank geschaffenen Speisesaal als herausragendes Beispiel für Vasarelys raumgreifende architektonische Gestaltungen. Kunstsammlung Deutsche Bundesbank. © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 FOTO: Wolfgang Günzel