GRUNDWISSEN ZUM NETZ DER ZUKUNFT

FOTO Deutsche Telekom Pressebild

Ein Blick auf die neue 5G Technologie

Die Netzbetreiber stehen vor der immensen Herausforderung, dem Bedarf an schnellen Datenverbindungen flächendeckend durch die Bereitstellung von besseren und größeren Funknetzen gerecht zu werden. 5G ist die Antwort auf ansteigenden Datenverkehr. Nach Berlin und Hamburg ist Darmstadt die dritte deutsche Stadt, in der das schnelle Mobilfunknetz der 5. Generation derzeit getestet wird. 

Ein immer größeres Datenvolumen muss über eine immer schnellere Datenübertragung transportiert werden. 5G schafft dafür die Grundlage und wird die digitale Zukunft ermöglichen, in der alles mit allem vernetzt ist. Mit 5G werden die Daten bis zu zehn Mal so schnell wie bisher transportiert. Das gewährleistet die notwendigen Anforderungen der Zukunft hinsichtlich Datengeschwindigkeit, Netzkapazität, Reaktionszeit und Datensicherheit. Die Datenübertragung in Echtzeit ermöglicht so etwa medizinische Operationen gesteuert aus der Ferne oder selbstfahrende Autos, die untereinander kommunizieren und im Ernstfall blitzschnell reagieren.

Mit dem derzeitigen 4G-Netz lassen sich bis zu 100 Megabit pro Sekunde herunterladen. Mit 5G wird es das Hundertfache davon sein. Die Einführung von 5G bedeutet nicht das Ende sondern eine Weiterentwicklung zusätzlich zum bestehenden Netz. So können zukünftig größere Kapazitäten und schnellere Netzgeschwindigkeiten bedient werden. Bei 5G wird es eine Vielzahl von Netzebenen geben, die parallel unterschiedliche Anwendungen bedienen, zum Beispiel für Kunden aus der Industrie. Für sie ist es von erheblicher Bedeutung, dass die niedrigen Reaktionszeiten des Netzes nicht nur einmal erreicht, sondern verlässlich garantiert werden. Diese ist eine der herausragenden 5G-Eigenschaften. 

Jede Anwendung erhält eine eigene und passende Ebene. Diese Technologie, das Netz sozusagen in unterschiedliche „Scheiben“ zu schneiden, nennt sich Network Slicing. Dank der dadurch entstehenden Flexibilität können reale Netzkapazitäten abhängig vom Bedarf zu virtuellen Netzbereichen zusammengeschaltet werden, d.h. auch kundenspezifische Lösungen sind möglich. Viele Bereiche des täglichen Lebens werden ihr maßgeschneidertes Netz bekommen: enorme Bandbreite für die Unterhaltung, superschnelle Reaktionszeiten für Autos oder Roboter und die langlebige Schmalbandverbindung für den Parksensor oder die Straßenlaterne. 

Die Auktion der Frequenzen für die neue Mobilfunkgeneration 5G dauerte fast drei Monate, bevor sie dem Staat insgesamt 6,55 Milliarden Euro einbrachte. Mit dem Ende der Auktion wurde ein wichtiger Meilenstein zur Einführung der fünften Mobilfunkgeneration (5G) erreicht. Zu den bisherigen Marktteilnehmern Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica (02) gesellt sich mit United Internet über die Tochtergesellschaft 1&1 Drillisch ein viertes Unternehmen. Das verspricht mehr Wettbewerb und sinkende Preise. Bis ein superschnelles 5G-Netz allerdings in Deutschland startet oder gar in der Fläche ankommt, wird es aber noch Jahre dauern. Die ersten Tests laufen zwar schon, doch erst in zwei Jahren werden die jetzt ersteigerten Frequenzen zur Nutzung frei. Dann geht es langsam los. Die Ausbaupflichten fordern eine vollständige Abdeckung bis 2022 lediglich entlang der Autobahn und an Bahnstrecken. Der sonstige Ausbau muss nur 98 Prozent der Haushalte (nicht der Fläche) erreichen. So bleiben die Funklöcher in kleineren Dörfern vermutlich noch länger bestehen.

DIE FURCHT VOR DEM GESUNDHEITSRISIKO 5G

Ein Hindernis für den Mobilfunkausbau ist allerdings der Widerstand vor Ort. Manche Bürger ängstigen vermeintiche Gefahren für die Gesundheit durch die Funkstrahlen – Gefahren, die bisher nicht belegt sind. Auch in Darmstadt regt sich Widerstand gegen den neuen Mobilfunkstandard. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rät zwar zu einem umsichtigen Ausbau des Netzes und kündigt Forschungen zu dem Thema an, warnt aber vor Panikmache. Es bestehe kein Grund, den Fortschritt des 5G-Ausbaus wegen gesundheitlicher Bedenken einzuschränken. Ähnlich äußert sich Sarah Drießen vom Forschungszentrum für elektromagnetische Umweltverträglichkeit an der RWTH Aachen: „Da die jetzt versteigerten Frequenzen in ähnlichen Bereichen wie 4G und 3G liegen, sind diese 5G-Frequenzen gesundheitlich nicht anders zu bewerten.“ Offene Fragen sieht das Bundesamt bei der Installation neuer Mobilfunkanlagen. So wolle allein die Telekom die Zahl ihrer Mobilfunkstandorte verdoppeln. Hier gäbe es mehrere gegenläufige Effekte. Einerseits würden zwar mehr Sender installiert werden, aber mit geringerer Sendeleistung. Diese würden dann näher an Orten betrieben, an denen sich tatsächlich Menschen aufhalten. Die aktuell versteigerten 5G-Frequenzen sind aber anscheinend nicht mehr und nicht weniger schädlich als die Frequenzen, denen die Bevölkerung schon seit Jahrzehnten ausgesetzt ist.