ERSTES DIGITALES MESSNETZ FÜR LUFTSCHADSTOFFE

An der Ecke Heinrichstraße/Hoffmannstraße in Darmstadt wurde der erste von insgesamt zwölf Messpunkten eines neuen digitalen Luftgütemessnetzes in Betrieb genommen. FOTO Digitalstadt Darmstadt

Darmstadt und Deutsche Telekom AG bauen Messpunkte auf

In einer bis Ende 2019 angelegten Feldphase wird ein neues digitale Messnetz erprobt. Es soll mittelfristig die bereits in der Wissenschaftsstadt Darmstadt vorhandenen und durch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) betriebenen Messpunkte ergänzen. Hierdurch wird sich die Verfügbarkeit von Messdaten deutlich erhöhen und zusätzliche Informationen werden bereitgestellt.

Die Telekom ist Partner im Rahmen des Bitkom-Wettbewerbs. Gemeinsam entwickeln und erproben die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Telekom innovative Lösungen vor allem im Bereich „Umwelt und Mobilität“.

„Die Digitalstadt Darmstadt ist Vorreiter für neue Technologien, die den Alltag der Menschen in unserer Stadt erleichtern sollen. Mit dem Messnetz der Telekom können wir an mehr Messpunkten und in Echtzeit die Luftqualität in Darmstadt überwachen und auf dieser Basis besser entscheiden, wie wir unsere Stadt noch attraktiver und lebenswerter machen können“, betonte Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Bei der Entwicklung des elektrochemischen Messsystems zur Erfassung der Luftqualität arbeiteten die Spezialisten der Telekom mit Experten des Fraunhofer-Instituts für integrierte Schaltungen, Anwendungszentrum Drahtlose Sensorik zusammen. Gemeinsam ist es gelungen, ein neues Messsystem zu entwickeln und die notwendige Infrastruktur von der Größe eines Containers auf eine kleine Säule zu reduzieren. Die Technik wird an den bestehenden Multifunktionsgehäusen der Telekom verbaut und vernetzt. Die Sensoren erfassen die Schadstoffe NO2, NO und Ozon sowie Feinstaub. In einem konfigurierbaren Intervall sendet das System die Messwerte an ein Datencenter. Hier berechnen Algorithmen die Schadstoffkonzentration. Die Messwerte
stehen zur Auswertung und Weiterverarbeitung direkt zur Verfügung.

„Die erhobenen Daten können uns helfen, die geplanten und bereits umgesetzten Maßnahmen des Green City Plans der Wissenschaftsstadt Darmstadt zur Reduzierung der Luftbelastung durch Stickstoffdioxid in den Bereichen des Verkehrsmanagements, der urbanen Logistik, der Stärkung des ÖPNV und des Geh- und Radverkehrs stadtintern besser evaluieren zu können. Primär geht es bei der Reduktion der Stickstoffdioxid-Immissionsbelastung um den Schutz der Gesundheit der Menschen in Darmstadt – nicht nur in der Heinrich- oder Hügelstraße wollen wir daher zusätzliche Daten der Luftqualität erheben können. Unser Ziel ist es, durch die Umsetzung des Green City Plans, des Luftreinhalteplanes und darüberhinausgehender Maßnahmen, die Luftqualität kontinuierlich weiter zu verbessern und die ab 1. Juni 2019 geltenden streckenbezogenen Verkehrsbeschränkungen so schnell wie möglich wieder aufheben zu können“, erklärt Umweltdezernentin Barbara Akdeniz.

„Das digitale Messverfahren liefert kontinuierlich hochwertige Daten. Dabei ist die Lösung erheblich wirtschaftlicher als die bisherigen Messungen. Unsere digitale Nase nutzt die bereits vorhandene Telekom-Infrastruktur. Damit vermeiden wir Bauarbeiten und können in kürzester Zeit ein leistungsstarkes, flächendeckendes Messnetz in Darmstadt errichten“, so Markus Keller, Leiter Smart City der Deutschen Telekom AG.

Das Umweltamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt, das HLNUG und die Telekom arbeiten während der Feldphase in enger Abstimmung. Die Messdaten sollen mittelfristig in die Datenplattform der Digitalstadt eingebunden werden.

Das digitale Luftgütemessnetz ist das erste Projekt der Telekom im Rahmen des Bitkom-Wettbewerbs, das in Darmstadt umgesetzt wird. Darüber hinaus arbeiten Stadt und Telekom gemeinsam an Lösungen für intelligentes Parken, der digitalen Vernetzung des ÖPNV sowie der Erweiterung der E-Ladesäulen-Infrastruktur. Gemeinsames Ziel all dieser Initiativen ist es, durch Kombination von Einzellösungen einen übergeordneten Beitrag zur Verkehrswende zu leisten.

TEXT Hans-Werner Mayer