DEUTSCHE START-UPS STELLEN MITARBEITER EIN

Das Technologie- und Gründerzentrum HUB 31 befindet sich in der Hilpertstraße 31 in Darmstadt.

Gründerzentrum in Darmstadt eröffnet

Der Tüftler in der Garage oder der einsame Programmierer im dunklen Keller – das Klischee von Start-ups hat mit der Realität nur noch wenig zu tun. Meist sind es keine Ein-MannShows, sondern bedeutende Arbeitgeber. Im Schnitt beschäftigt jedes Start-up in Deutschland aktuell 18 Mitarbeiter.

Vor einem Jahr waren es erst 15 Mitarbeiter, 2015 sogar nur 13 Mitarbeiter. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 250 Startup-Gründern. Demnach haben zwei Drittel der Gründer (64 Prozent) im vergangenen Jahr neue Mitarbeiter eingestellt, bei rund jedem Vierten (27 Prozent) gab es keine Veränderungen und nur bei vier Prozent musste das Personal reduziert werden. „Start-ups sind längst nicht mehr nur im klassischen IT-Bereich aktiv, sondern bieten innovative Lösungen in allen Branchen, von der Automobilindustrie über den Energiesektor und die Luftfahrt bis zur Pharmabranche an. Die seit Jahren steigenden Mitarbeiterzahlen in den deutschen Start-ups zeigen, dass sie dabei auch immer erfolgreicher sind“, sagt Bitkom-Geschäftsleiter Niklas Veltkamp. Im laufenden Jahr dürften noch zahlreiche weitere Jobs in Start-ups entstehen. Mehr als drei Viertel der Gründer (77 Prozent) gehen davon aus, dass sie neue Mitarbeiter einstellen werden. Rund die Hälfte von ihnen (47 Prozent) schätzt, dass etwa ein bis drei zusätzliche Stellen geschaffen werden. Rund jeder Fünfte (18 Prozent) plant sogar mehr als zehn neue Mitarbeiter einzustellen. Weitere 14 Prozent der Gründer gehen davon aus, dass die Beschäftigtenzahl 2018 konstant bleiben wird, nur ein Prozent rechnet damit, Personal reduzieren zu müssen. Acht Prozent sind sich aktuell noch nicht sicher, wie sich die Personalsituation entwickeln wird. Veltkamp: „Start-ups sind nicht nur Innovationstreiber in Deutschland, sie schaffen eine bedeutende Anzahl an zukunfts- orientierten Arbeitsplätzen.“

Hinter der Start-up-Szene steckt ein globales evolutionäres Prinzip der Organisation von Arbeit und Unternehmungen, das auch grundlegend für den digitalen Wandel ist. Denn Startups entpuppen sich zunehmend als die Forschungs- und Entwicklungsabteilung unserer Wirtschaft und produzieren dabei Phänomene, mit denen sich große Organisationen, die neue Märkte entdecken wollen oder müssen, dringend beschäftigen sollten. Da ist es nur logisch, dass der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt für die Beteiligung an dem neuen Technologie- und Gründerzentrum stimmte. Oberbürgermeister Partsch und IHK-Präsidentin Sinemus wollen gemeinsam für einen Quantensprung in der Förderung von Unternehmensgründungen in Darmstadt und der Region sorgen. Offiziell eröffnet wurde das Technologie- und Gründerzentrum HUB 31 am 13. Dezember. Ziel des Zentrums ist ein echtes Gründungsökosystem. Co-working-Spaces und die Infrastruktur der insgesamt 60.000 m² Bürofläche umfassenden Liegenschaft mit Kantine und weiteren Angeboten vervollständigen das neue Gründerzentrum. In den Räumlichkeiten werden regelmäßig Veranstaltungen und Coachings für Gründerinnen und Gründer stattfinden. Die Menschen im Zentrum sollen Treffpunkte vorfinden, an denen sie gemeinsam innovative Ideen entwickeln und Kooperationen schmieden können. Die Stadt Darmstadt und die IHK Darmstadt verstehen das Technologie- und Gründerzentrum als Teil der Digitalstadt-Idee, in dem es zum Beispiel mit dem Digital Hub Cybersecurity verbunden wird. Es wird außerdem ein übergreifender Knotenpunkt für alle Initiativen in der Start-up City Darmstadt sein. Wichtig ist deshalb die enge Abstimmung mit den Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen in der Stadt. Das Technologie- und Gründerzentrum liegt in der Hilpertstraße 31 in Darmstadt, ist auch mit dem öffentlichen Nahverkehr (Buslinie K) erreichbar und verfügt über ein eigenes Parkhaus, das von Kunden genutzt werden kann. Die Immobilie befindet sich in unmittelbarer Nähe der Darmstädter „Telekom-City“, zu ESOC, Eumetsat und weiteren Gewerbebetrieben. IHK-Präsidentin Kristina Sinemus zeigt sich erfreut: „Unser gemeinsames Projekt schließt als Anlaufstelle für regionale und überregionale Start-ups eine Lücke im Angebot für Gründerinnen und Gründer. Insbesondere produktionsorientierten, innovativen Gründern aus Wissenschaft und Wirtschaft fehlen Werkstatt- räume, die ein zentraler Bestandteil unseres Konzepts sind.“ Wichtig sei die enge Abstimmung mit den Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen in der Stadt, fügte Partsch hinzu… Ergänzt wird das Angebot für Gründer durch den IHK-Innovationsfonds. Ziel des Beteiligungsfonds ist es, neu gegründete Unternehmen, Ausgründungen aus der TU Darmstadt, der Hochschule Darmstadt und technologieorientierte Wachstumsunternehmen zu unterstützen und so die Innovationsstärke für die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu nutzen. Die Vollversammlung der IHK Darmstadt hat zwei Millionen Euro dafür zur Verfügung gestellt, das Land Hessen den gleichen Betrag. Mehrere Unternehmen haben sich für Gelder aus dem Fonds beworben, die Prüfung über die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen läuft nun.

Weitere Informationen: Dr. Sebastian Harrach Hilperstraße 31 | 64295 Darmstadt Telefon: 06151 7862421 E-Mail: sebastian.harrach@hub31.de

TEXT Hans-Werner Mayer