AUGENSCHUTZ MIT STAR-APPEAL

FOTO Spencer Pugh

Die Sonnenbrille ist mehr als ein funktionales Accessoire

Karl Lagerfeld geht nie ohne, genauso Udo-Lindenberg, Sängerin Rihanna oder It-Girls wie Paris Hilton. Die Sonnenbrille scheint vor allem in der Celebrity-Welt fester Outfit-Bestandteil zu sein. Ein ‚Must Have‘ bei Tag und bei Nacht. Sie ist unverzichtbarer Bestandteil der optischen Selbstinszenierung und hat sogar dazu beigetragen, dass bestimmte Bilder aus Hollywood-Filmen zur Ikonen der Popkultur wurden: Audrey Hepburn etwa, wie sie mit ihrer übergroßen Ray Ban ins Schaufenster von Tiffanys lugt oder ‚Easy Rider‘ Darsteller Peter Fonda auf seiner Harley mit schmalem goldgerahmten Pilotenmodell. Und auch Jack Nickolson kennt man nur schwarz bebrillt. Ohne seine Sonnenbrille, so sagte er einmal in einem Interview, sei er nur ein etwas fettleibiger älterer Herr.

Manche berühmte Sonnenbrillenträger haben es sogar geschafft, dass ihr Markenzeichen ihren Namen trägt und zum begehrten Konsumartikel wurde: So wie übergroße runde Exemplare, die ‚Jackie Os‘ heißen – benannt nach der Kennedy-Witwe Jackie Onassis. Oder kleine getönte Nickelbrillen im John-Lennon-Design.

Cool und glamourös wirken Sonnenbrillen in fast jedem Gesicht. Sie schaffen nämlich durch den fehlenden direkten Augenkontakt eine gewisse Distanz zum Umfeld und verleihen so ihren Trägern, zumindest auf den ersten Blick, mehr Souveränität auf den Laufstegen des Alltags – sei es im Straßencafé, beim Shoppen oder am Strand. Sie sind neben ‚It-Bags‘ ein Key- Accessoire, von dem die allermeisten wahrscheinlich mehrere besitzen und die Sammlung jede Saison um ein paar Modelle erweitern. Manche gönnen sich sogar ein edles Designerstück mit auffälligem Label-Logo auf den Brillen-Bügeln: Ein Hauch von Haute-Couture-Flair für die Augenpartie, den sich nicht nur Jet-Setter leisten können.

Trendige Nasenfahrräder mit getönter Optik gehören heute also zu einem modischen Komplettlook dazu und werden vom modebewussten Otto-Normalverbraucher fast nie abgelegt – unabhängig von Jahres- oder Tageszeiten. Sie sind gewissermaßen Kleidung für die Augen – im Englischen sagt man deshalb auch „Eyewear“ – die angezogen wird, wann immer es gerade gefällt.

Der bebrillte Dauerbetrieb hat durchaus Vorteile: Kein ständiges Herumnesteln mehr an einem lästigen Etui, kein Liegenlassen mehr auf einem Restauranttisch. Entweder thront das gute Stück bereits auf der Nase oder es hängt im Standby-Modus lässig an der Oberbekleidung beziehungsweise steckt stylisch in den Haaren.

FOTO Joseph Greve

Bei so großer Beliebtheit und Nachfrage ist es nicht verwunderlich, dass auch bei Sonnenbrillen jedes Jahr neue Modetrends kreiert werden. 2018 tragen Fashionistas neben Klassikern im Piloten-Look oder ‚a la Ray Ban‘ wieder eher kleinere Rahmen mit ovalen oder mehreckigen Gläsern, die an die Matrix Filme erinnern. Besonders hip sind außerdem auffällig bunte Gläser in Knallfarben, die den Look der Neunziger wieder beleben. Als besonders modisch gelten diese Saison sogenannte Flats, deren Gläser nicht gewölbt sondern flach sind. Sie wirken besonders groß und mondän, vor allem dann, wenn sie verspiegelt sind und keinen Rahmen haben. Obwohl für die meisten das Kriterium „Coolnes und Chic“ beim Kauf einer Sonnenbrille besonders wichtig ist, sollte die Funktionalität dennoch nicht außer Acht gelassen werden, raten Experten. Immerhin müssen die getönten Gläser unsere Augen vor schädlicher UV-Strahlung schützen. Dafür sind sie erfunden worden.

Wie kann man aber gute von schlechten Gläsern unterscheiden? Zunächst ist ein CE-Prüfzeichen wichtig. Es bestätigt, dass eine Brille den europäischen Sicherheitsnormen entspricht und damit einen guten Schutz vor UV Strahlung bietet. Optimal ist, wenn die Brille außerdem mit einem Etikett ‚UV 400‘ oder ‚100 Prozent UV-Filter‘ gekennzeichnet ist. Dies garantiert, dass das gefährliche, kurzwellige Sonnenlicht nahezu vollständig absorbiert wird.

FOTO Steinar Engeland

DARAUF SOLLTEN SIE BEIM KAUF EINER SONNENBRILLE ACHTEN

Die Gläser sollten möglichst bis zu den Augenbrauen und seitlich bis zum Gesichtsrand reichen. Um den Anteil an Streulicht zu verringern, sollten die Gläser nah vor dem Auge sitzen. Darauf achten, dass niemals Schlieren, Blasen, Einschlüsse im Glas vorhanden sind. Allergiker sollten daran denken, keine preiswerten Metallgestelle zu kaufen, da diese meist Nickel enthalten.

Blendschutz: Vor dem Kauf überlegen, wann die Brille genutzt werden soll. In Deutschland reicht für den alltäglichen Gebrauch die Kategorie 2 oder 3 aus.

Wer segeln oder im Gebirge wandern gehen möchte, sollte eine Sportbrille mit höchster Kategorie wählen. Brillen mit solch starker Tönung sind allerdings nicht für den Straßenverkehr geeignet.

Die Tönungsintensität der Gläser, die in vier Stufen unterteilt wird, ist dagegen kein Indiz für den Protektionsgrad. Stark abgedunkelte Brillen etwa mit niedrigem UV- beziehungsweise Blend-Schutz schaden den Augen sogar unmittelbar. Denn durch den gedrosselten Lichteinfall sind die Pupillen weiter geöffnet und die ultravioletten Strahlen können fast ungefiltert durch das Glas hindurch direkt die Netzhornhaut erreichen.

Wer also lange Freude an seiner Sonnenbrille haben will, sollte modische und gesundheitliche Aspekte gleichermaßen berücksichtigen – am besten mit Unterstützung eines Spezialisten aus dem Optiker-Fachhandel. Dann hat der Eye-Catcher nicht nur Style, sondern tut auch zuverlässig seine Dienst als Qualitäts-Augenschützer.

TEXT Nicola Wilbrand-Donzelli