Abfälle vom Erdboden verschluckt

 Foto: Berliner Stadtreinigungsbetriebe

Digitalisierte Unterflurbehälter für das  Stadtgebiet

Die Wissenschaftsstadt Darmstadt plant, die Anzahl der Unterflur- und Halbunterflurbehälter im Stadtgebiet zu erhöhen um die Menge der Müllgefäße gerade in größeren Gebäudekomplexen zu verringern. Die neuen Systeme werden digitalisiert, damit die Abfuhr bedarfsorientiert erfolgen kann.

Unterflurbehälter sitzen unterirdisch jeweils in einer Betonwanne. Für die Installation von vier Einheiten benötigt man eine Baugrube von zehn Metern Länge und drei Metern Breite. Sowohl beim Einwerfen des Mülls wie auch bei der Leerung von Unterflurbehältern kommt es nur zu einer geringen Geräuschentwicklung ohne Klappern oder Scheppern. Die Entsorgung von drei Einheiten dauert mithilfe eines Kranwagens ungefähr vier Minuten und erfordert von den Müllmännern keinen Kraftaufwand. Der Einwurf kann per Schloss gesichert werden, um eine Nutzung durch Dritte zu verhindern.

Diese Systeme kommen in der Regel in öffentlichen Einrichtungen und in Wohnungsbaugesellschaften zum Einsatz und sind in der jüngsten Vergangenheit technisch stark verbessert und so für den Alltagsbetrieb einsatztauglich optimiert worden. „Für die Glaserfassung beispielsweise hat der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) Unterflurbehälter in der Lise-Meitner-Straße und am Riegerplatz installiert, die rege genutzt werden.“ erläutert Stadtkämmerer André Schellenberg.

Die Abfallgebühren für die neuen Behältertypen wurden gemäß der Gebührenbedarfsrechnung kalkuliert. Sie orientieren sich an der bisherigen Gebührenstruktur. Die Aufstellung der Unterflur- und Halbunterflursysteme ist allerdings mit baulichen Maßnahmen auf den Grundstücken verbunden, für die eine Aufstellgebühr erhoben wird.

Ein Sensor in den Behältern informiert den EAD laufend über den Füllstand der Behälter und erlaubt es, den voraussichtlichen Entleerungstermin zu errechnen. Dadurch wird gewährleistet, dass nur volle Gefäße geleert und Kleinmengentransporte eingespart werden. Dementsprechend wird die Leistungsgebühr auf der Basis des tatsächlichen Füllstands am Leerungstag berechnet. Um die hygienischen Anforderungen an die Stadtsauberkeit zu erfüllen, wird unabhängig vom Füllstand allerdings alle vier Wochen eine Abfuhr durchgeführt.

Für eine barrierefreie Abfallentsorgung sorgt künftig eine speziell entwickelte Gefäßhaltekonstruktion für die gängigen Behältergrößen von 80 bis 240 Liter. Die Anbringung dieser Einfüllhilfe mit Kippmechanismus ermöglicht einen vereinfachten Zugang zu den Abfallbehältern. Für die Prüfung und Zulassung des Standplatzes fällt ein einmaliger Installationspreis an, die Abfallgebühren bleiben davon unberührt.

Bei der barrierefreien Abfallentsorgung handelt es sich um ein optionales Zusatzangebot, das auf individuellen Wunsch beim EAD angefordert werden kann.

Weitere Informationen:  Service-Telefon: 06151 / 13 46 000; E-Mail: ead@darmstadt.de.

 

 

Je größer die Wohnanlage, desto mehr Platz beanspruchen Abfallbehälter – und desto schwieriger ist es in der Regel, den Platz sauber und attraktiv zu halten. Unterflursysteme sind hier eine echte Alternative mit Mehrwert. Unterflurbehälter werden in Frankreich sehr häufig eingesetzt. Foto: Wikimedia